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Für die einen ist es eine Erlösung oder ein Fortschritt. Für andere ist es das große Übel. Ein Jobwechsel. Nicht in eine andere Firma wechseln, sondern aufgrund von strategischen Änderungen des Konzerns ein neues Aufgabengebiet innerhalb der Firma übernehmen müssen… dürfen.. können… sollen…

Nichts ist so beständig wie die Veränderung

Wir leben in einer Zeit der stätigen Veränderung. Zugegeben, für Menschen wie mich, denen generell jedwede größere Veränderung ganz schön zu schaffen machen können ist das nichts banales, nicht einfach. Der Mensch ist doch ein Gewohnheitstier und in der eigenen Komfortzone lebt es sich nun mal am Besten.

Damit keine Missverständnisse aufkommen sei gleich zu Beginn erwähnt, dass es hier in diesem Artikel über die Übernahme eines neuen Jobs innerhalb der gleichen Firma geht, nachdem die bisherige Rolle aufgrund von Änderungen der Geschäftsbereiche am Standort ersatzlos weggefallen ist.

Ein großer Vorteil in meinem Fall: Es war nicht spontan und es war nicht kurzfristig. Weit über ein Jahr konnte ich mich drauf einstellen und vorbereiten. Dennoch auf der anderen Seite auch ein seltsames Gefühl. Bei mir war es so, dass mein Schwerpunkt auf externen Dienstleistern lag. Hier bis zum letzten Tag professionell zu bleiben, die Firma weiterhin angemessen zu repräsentieren, Termine wahrzunehmen und den Job ordentlich zu Ende bringen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Im meinem Umfeld habe ich auch schon oft beobachten können, dass das viele nicht schaffen und sich eine Laissez-faire Stimmung breit macht nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut“.

Das ist nicht fair. Vor allem den Kolleginnen und Kollegen gegenüber, die sich Jahre auf einen verlassen haben. Ich selbst habe da auch einen ganz anderen Anspruch an mich selbst. Ich möchte mit einem positiven Gefühl gehen und die Rolle beenden, auch wenn ich mit den externen Kolleginnen und Kollegen vermutlich nie wieder Berührungspunkte haben werde (sag niemals nie). Es wäre auch nicht anständig anderen Gegenüber, wenn man am Ende seinen Job nicht mehr zu 100% macht, denn sie machen es ja auch und erwarten einen zuverlässigen Partner. Nicht zuletzt repräsentiert man nach außen auch immer seinen Arbeitgeber und da sollte es selbstverständlich sein, dass man dies auch gewissenhaft und professionell macht.

Rund 10 Jahre hatte ich meinen, jetzt alten Job inne. Zuerst in einer stellvertretenden Funktion, in einem Team, später haupt-verantwortlich, zuletzt alleine. Das es ein Ende haben wird hat sich angedeutet, war absehbar und ist aus wirtschaftlicher Sicht auch nachvollziehbar. Dennoch fällt es natürlich schwer, die Routinen, die man sich erarbeitet hat nun nicht mehr brauchen zu müssen.

Veränderungen als Chance begreifen

Eine neue Rolle ist aber auch immer(!) eine neue Chance. Erst einmal wird die Firma sich ja auch etwas dabei gedacht haben, eine bestimmte Person auf eine bestimmte Rolle zu setzen, zumal wenn es sich um eine eher exklusive Rolle handelt. Also keine Position, von der es 5, 6 oder 10 gibt, sondern eine eher einmalige. Weiterhin bedeutet ein neuer Job auch immer einen Neuanfang. Bei einem Neuanfang hat man immer viele Möglichkeiten, Dinge, die man in der Vergangenheit vielleicht hätte anders oder besser machen wollen, umzusetzen. Und zwar ohne „Altlasten“. Neue Aufgaben, neue Kolleginnen und Kollegen, neue Herausforderungen.

Natürlich erweitert man beim Antritt einer neuen Position auch immer seine Kompetenzen. Das ist Arbeit. Hier kann man auch den viel zitierten Satz benutzen: „Man darf nie aufhören zu lernen“. Außerdem: Sind neue Herausforderungen nicht auch spannend? Es gibt so viele Arbeitnehmer, die gezwungen sind (manche mögen auch sehr glücklich damit sein) eine immer gleiche, monotone Arbeit, Tag für Tag ein Leben lang zu verrichten. Ich habe da den größten Respekt vor, denn ich weiß nicht, ob ich das könnte oder wollen würde.

6 Tipps für eine gute Bewerbung

Letztlich ist es ja nicht das erste mal im Leben, dass man sich in einer neuen Rolle befindet. Meist hat man bereits viel Erfahrung mit neuen Situationen, sei es ein Umzug, eine neue Beziehung, vielleicht ein neuer Verein, in dem man Mitglied wird. Und jeder kennt das Gefühl, am Anfang noch unerfahren zu sein, Fehler zu machen und natürlich kann man nicht das Wissen haben, dass man sich auch in anderen Bereichen erst im Laufe der Jahre erarbeitet hat. Aber jeder kann sicherlich auch rückblickend feststellen, dass man aus großen Veränderungen meist gestärkt hervor gegangen ist, oder?

So sollte man seine eigenen Ansprüche realistisch halten und vernünftig und aufgeschlossen einen Schritt vor den anderern setzen. Kennt Ihr die „Lost in Translation-Szene“ mit Matzui in der Bar aus Oceans Twelve? So in etwa geht es mir aktuell noch. Ich fühle mich wie Linus, der zwar alles sieht und hört und auch versteht, aber irgendwie mit dem ganzen noch nichts sinnvolles anfangen kann.

Was möchte ich eigentlich mit diesem Artikel sagen? Wer bis hierhin gelesen hat, mag sich diese Frage zurecht stellen und hat natürlich auch eine Antwort verdient. Im Grunde geht es mir um einen Appel, offen für Neues zu sein. Ich habe schon einige Situationen erlebt, in denen Menschen nahe dem Zusammenbruch waren, weil sich in ihrem Arbeitsumfeld erhebliche Änderungen ergeben haben. Natürlich gibt es auch diejenigen, denen so etwas gar nichts ausmacht. Aber all jenen, die so etwas sehr beschäftigt kann ich nur sagen:

„Geht die Sache positiv an!“.

5 Tipps, wenn Ihr einen neuen Job antretet

Nicht wegducken

Keine Vogel Strauß Taktik. „Wenn ich nicht hingucke sieht mich auch keiner“? Seid offen und geht den neuen Aufgaben offen entgegen, statt sich vor Ihnen zu verstecken. So werdet Ihr auch als neugierig, wissenshungrig und entschlossen wahrgenommen. Oder fragt Euch andersherum: Wenn Ihr einen neuen Kollegen bekommt, wie würdet Ihr ihn Euch wünschen?

Fragen stellen

In Ihrer Einarbeitungsphase erwarten die neuen Kollegen/Innen und Vorgesetzten nicht, dass man sofort über alles Bescheid wissen. Traut Euch, Fragen zu stellen, und um Hilfe zu bitten. Damit zeigt man Interesse und Einsatzbereitschaft für die neue Arbeitsstelle. Hört aufmerksam zu, fragt nach, wenn etwas unklar geblieben ist, und bedankt Euch für die Mühe der Kollegen.

Fehler zugeben

Natürlich sollte man den gleichen Fehler nicht dreimal hintereinander machen, doch sind Fehler gerade am Anfang alles andere als ungewöhnlich. Versucht nie, einen Fehler zu verheimlichen sondern fragt stattdessen nach, wie Ihr ihn beim nächsten Mal vermeiden können. Es gibt kaum etwas peinlicheres, als dass jeder in Eurem Umfeld genau weiß, was Ihr verbockt habt und Ihr dennoch alles versucht, um es zu kaschieren oder auf andere zu schieben.

Personenkreis identifizieren

Die erste Zeit im neuen Job dient auch immer dazu, die Personen zu identifizieren, die für einen selbst am wichtigsten sind. Das können neben dem direkten Vorgesetzten auch andere Mitarbeiter und Kollegen sein. Schaut Euch an, mit wem Ihr zu tun haben werdet, schafft Euch die Namen drauf. Auch, wen Ihr in welchem Fall ansprechen könnt oder wer die jeweiligen Backups sind, ist ebenfalls nicht unwichtig.

Authentisch bleiben

Verstellt Euch nicht. Versucht nicht den Pausenclown zu spielen oder zu besserwisserisch aufzutreten. In den meisten Fällen wird dieses gekünstelte Verhalten als nicht besonders sympathisch wahrgenommen.

Sei immer du selbst!


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