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Veröffentlicht am 12. Dezember 2025 · Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2025
Für wen & wofür geeignet: Interessierte an internationaler Bildungsarbeit, Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigem Engagement – als anschaulicher Projektbericht, zur Einordnung von Hilfsprojekten und als Hintergrund für Spenden- und Unterstützungsinitiativen.
© Cornelia Engel
Cornelia Engel engagiert sich seit vielen Jahren für Kinder und Bildungseinrichtungen in Tansania. Mit viel Ausdauer und der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender entstehen vor Ort Strukturen, die dauerhaft genutzt werden können: Kindergärten, sanierte Klassenzimmer, Materialien für inklusiven Unterricht und sichere Lernräume für Kinder in ländlichen Regionen. Ihre Projekte orientieren sich an dem, was die Gemeinden tatsächlich benötigen und gemeinsam tragen können. So wächst über die Jahre ein Netzwerk aus Schulen, Kindergärten und lokalen Ansprechpartnern, das auf Verlässlichkeit und kontinuierlicher Zusammenarbeit basiert.
Ich habe Cornelias Arbeit erstmals im vergangenen Jahr in einem ausführlichen Porträt vorgestellt und nach meiner Reise im Frühjahr 2025 über mehrere ihrer Projekte berichtet. Viele der Orte, über die ich schreibe, habe ich selbst besucht, und ein Teil der Entwicklungen danach ist mir durch den engen Austausch mit Cornelia vertraut geblieben. Für Leserinnen und Leser, die neu auf diese Seite stoßen, sollen diese Texte einen realistischen und respektvollen Einblick geben – nah genug, um die Hintergründe zu verstehen, und sachlich genug, um die Projekte einordnen zu können.
In den vergangenen Monaten sind in Tansania zwei Projekte fertiggestellt worden, die Cornelia Engel gemeinsam mit lokalen Partnern entwickelt hat. Beide Maßnahmen liegen in unterschiedlichen Regionen, verfolgen aber das gleiche Ziel: alltagstaugliche Strukturen zu schaffen, die das Leben vor Ort verlässlicher machen. Einerseits wurde in Mwandeti, im Distrikt Arusha, eine neue Wasserstelle erbaut. Andererseits konnte an der Patrick Winters Primary School in Dareda das neue Schulgebäude eröffnet werden, das vor allem der integrierten Inklusionsklasse zugutekommt.
Der Hintergrund des neuen Schulgebäudes in Dareda geht auf eine größere Spende der Firma Selbach Machinery zurück, die den Bau finanziell möglich gemacht hat. Die Mittel erlaubten es der Schule, den dringend benötigten inklusiven Bereich auszubauen. Vor Ort wurde schließlich entschieden, das bestehende Gebäude nicht zu ersetzen, sondern vollständig zu sanieren und funktional zu erweitern. Sobald das Geld in Dareda angekommen war, starteten die Arbeiten unmittelbar – mit einer bemerkenswert schnellen Umsetzung durch die lokalen Handwerker und Verantwortlichen.
Eine neue Wasserstelle für die Gemeinde Mwandeti
Mwandeti liegt westlich von Arusha am Rand des Monduli-Gebirges. Das Gebiet ist ländlich geprägt, die Wasserversorgung hängt stark von den saisonalen Niederschlägen ab. Charakteristisch für die Region ist die Unterteilung in eine lange und eine kurze Regenzeit. Dazwischen liegen deutlich trockene Monate, insbesondere von Juni bis Oktober, in denen viele natürliche Wasserstellen kaum noch Wasser führen.
Im September begann die Dorfgemeinschaft mit den Vorbereitungen für eine neue Wasserstelle. Die Fläche wurde geräumt, Steine gesammelt und der Verlauf der Leitungen markiert. Die Arbeiten erfolgten vollständig in Handarbeit – ohne Maschinen, dafür mit vielen helfenden Händen aus dem Dorf. In den folgenden Wochen entstanden ein Fundament, ein Sammelbecken und die strukturelle Anlage der Wasserstelle.
Im November konnte die Anlage schließlich in Betrieb genommen werden. Sie umfasst getrennte Bereiche für unterschiedliche Nutzungen: einen langen Trog für das Vieh, einen Waschplatz sowie mehrere Zapfstellen für Kanister und Eimer. Die Wasserversorgung erfolgt über einen erhöht positionierten Kunststofftank, der als Zwischenspeicher dient.
Die Aufteilung zwischen Mensch, Tier und Waschvorgang ist bewusst gewählt. Sie verbessert die hygienischen Bedingungen und erleichtert den Alltag vieler Familien, insbesondere während der Trockenmonate. Die Wasserstelle entstand durch lokale Organisation und mithilfe der Spenden, die Cornelia in Deutschland gesammelt hat.
Ein neues Schulgebäude für die Patrick Winters Primary School
Parallel zur Wasserstelle wurde in Dareda ein weiteres Projekt abgeschlossen. An der Patrick Winters Primary School, einer staatlichen Grundschule mit integrierter Inklusionsklasse, war ein Gebäudetrakt in die Jahre gekommen. Während meiner Reise im Frühjahr war die Situation bereits deutlich sichtbar: Die Räume waren eng und teilweise provisorisch, gleichzeitig arbeitete das Lehrpersonal engagiert und verlässlich.
In diesem Jahr konnte das alte Gebäude saniert und erweitert werden. Es entstanden mehrere nutzbare Klassenzimmer, eine kleine Küche und ein funktionaler Zugang für Kinder mit Einschränkungen. Am 13. Oktober fand die offizielle Eröffnung statt.
Der Tag war geprägt von einem großen Gemeinschaftsgefühl. Für die Feier wurde traditionell gekocht, die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner arbeiteten gemeinsam an der Vorbereitung, und zahlreiche Kinder waren anwesend. Vertreter der Schule und der Gemeinde hielten kurze Ansprachen. Ein symbolischer Moment war das Umlegen traditioneller Tücher für die Gäste – ein Zeichen der Wertschätzung, das in Tansania eine besondere Bedeutung hat.
Beim Durchschneiden des Bandes standen Kinder aus der Inklusionsklasse im Vordergrund. Die neuen Räume bieten ihnen nun mehr Platz und Ruhe, was für den Unterricht und die tägliche Betreuung spürbare Vorteile bringt.
Zwei Projekte, die unterschiedliche Bedürfnisse adressieren
Die beiden Projekte – die neue Wasserstelle in Mwandeti und das sanierte Schulgebäude in Dareda – stehen für unterschiedliche Bereiche des täglichen Lebens, die aber eng miteinander verknüpft sind. In Mwandeti ging es vor allem um die Sicherung der Grundversorgung. Die Region ist stark von Trockenzeiten geprägt, und eine verlässliche Wasserstelle entscheidet darüber, wie viel Zeit Familien täglich aufwenden müssen, um Wasser zu holen, Kleidung zu waschen oder Vieh zu versorgen. Der neue Wasch- und Zapfbereich reduziert Wege und Wartezeiten spürbar und schafft verlässliche Strukturen für die Monate, in denen natürliche Quellen austrocknen – ein zentraler Baustein für eine stabile Wasserversorgung im ländlichen Raum.
Das Schulgebäude in Dareda verfolgt einen anderen Schwerpunkt, auch wenn das Ziel ein ähnliches ist: Stabilität im Alltag schaffen. Die Sanierung schafft bessere Bedingungen für den Unterricht, insbesondere für Kinder mit Beeinträchtigungen, die zuvor in einem einzelnen, behelfsmäßigen Raum untergebracht waren. Durch die neuen Klassenzimmer, die Küche und den strukturierten Zugang können Lehrkräfte ihren Unterricht verlässlicher gestalten, und die Kinder haben mehr Ruhe und Platz zum Lernen. Für viele Familien ist genau das entscheidend, um ihre Kinder regelmäßig zur Schule schicken zu können. Gleichzeitig unterstützt das Gebäude ein Lernumfeld, das inklusiver gestaltet ist – ein Punkt, der in Tansania oft noch am Anfang steht.
Gemeinsam ist beiden Projekten, dass sie durch Spenden aus Deutschland ermöglicht wurden, ihre Wirkung aber vor allem aus der lokalen Umsetzung beziehen. Die Wasserstelle wurde mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft gebaut; viele Arbeitsschritte – vom Graben der Leitungen bis zum Errichten der Mauern – entstanden in Handarbeit. Auch in Dareda waren Gemeindevertreter, Lehrkräfte und lokale Handwerker wesentlich beteiligt. Entscheidungen wie die Sanierung statt eines kompletten Neubaus wurden vor Ort getroffen, und die Arbeiten liefen in enger Abstimmung mit der Schulleitung und den Verantwortlichen der Gemeinde.
So unterschiedlich die Projekte in ihrem Zweck auch sind, sie zeigen beide, wie gut funktionierende Strukturen entstehen können, wenn lokale Verantwortung und externe Unterstützung zusammenkommen. Die Wasserstelle stärkt grundlegende Versorgungssicherheit, die Schule verbessert Bildungschancen und Inklusion, und beide Maßnahmen wurden in enger Partnerschaft mit der Gemeinde umgesetzt – ein Zusammenspiel, das langfristig entscheidend für nachhaltige Entwicklung ist, ohne dass es große Worte braucht.
Ausblick
Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen, wie kontinuierliche Zusammenarbeit mit lokalen Partnern nachhaltige Verbesserungen hervorbringen kann. In Mwandeti und Dareda entstanden Strukturen, die langfristig Bestand haben sollen und deren Nutzen im Alltag unmittelbar spürbar ist. Weitere Projekte sind bereits in Planung. Der Austausch vor Ort bleibt eng, und die Zusammenarbeit basiert weiterhin auf gegenseitigem Vertrauen und der Erfahrung der vergangenen Jahre.
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Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2025










