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Unterwegs zwischen Orten, Menschen und Verantwortung – Mein Jahresrückblick 2025

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Artikelinfo
Kurzüberblick, Einordnung und Meta-Daten zum Beitrag
Veröffentlicht am 30. Dezember 2025
Zuletzt aktualisiert am 30. Dezember 2025

Worum es hier geht: Der Beitrag ist ein persönlicher Jahresrückblick auf 2025. Er bündelt Reisen, ehrenamtliches Engagement und regionale Arbeit zu einem zusammenhängenden Bild und zeigt, wie sich Verantwortung, Perspektivwechsel und neue Rollen gegenseitig beeinflusst haben – von internationalen Projekten über Vereins- und Verbandsarbeit bis hin zu privaten Momenten.
 
Für wen & wofür geeignet: Leser:innen mit Interesse an persönlicher Einordnung, Ehrenamt, gesellschaftlichem Engagement und Reisen – als reflektierender Jahresrückblick, zur Einordnung eigener Erfahrungen und als Einblick in ein Jahr zwischen Verantwortung, Bewegung und Haltung.

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Titelbild
Ponta da Piedade
© Michael K. Kärchner

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2025 war für mich weniger ein Jahr einzelner Höhepunkte als eines, in dem sich vieles gebündelt hat. Themen, die mich schon länger begleiten, sind konkreter geworden, durch Entscheidungen, durch neue Aufgaben und durch Begegnungen, die Verantwortung mit sich gebracht haben. Reisen, ehrenamtliches Engagement und regionale Arbeit standen dabei nicht nebeneinander, sondern haben sich gegenseitig beeinflusst.

Zwischen Aufenthalten in Ägypten und Tansania, mehreren längeren Radtouren und zahlreichen Terminen vor Ort wurde mir erneut bewusst, wie wichtig der Wechsel der Perspektive ist. Nicht, um Abstand zu gewinnen, sondern um Zusammenhänge besser einordnen zu können. Gleichzeitig haben sich im Ehrenamt neue Rollen ergeben, die mehr Abstimmung, mehr Struktur und auch mehr Klarheit erfordert haben, auf kommunaler Ebene ebenso wie im Austausch darüber hinaus.

Dieser Jahresrückblick ist kein vollständiger Überblick über alles, was 2025 passiert ist. Er ist eine bewusste Auswahl von Momenten, die für mich Bedeutung hatten und Entwicklungen markieren. Monat für Monat, mit einem Blick auf das, was geblieben ist, was sich verändert hat und auf das, was sich daraus für die Zukunft ableiten lässt.

Januar: Ägyptenreise

Der Januar führte uns als Familie nach Loxor, Ägypten. Die Stadt bot einen unmittelbaren Zugang zu zentralen Orten der altägyptischen Geschichte, darunter der Karnak-Tempel, der Luxor-Tempel und das Tal der Könige. Der Aufenthalt war geprägt von täglichen Besuchen archäologischer Stätten, die sich räumlich eng an das heutige Stadtleben anschließen. Besonders auffällig war dabei, wie präsent die historischen Monumente im Alltag der Stadt sind, teils integriert in moderne Strukturen, teils als klar abgegrenzte touristische Orte. Auch abendliche Spaziergänge entlang der Corniche und Besuche im Stadtzentrum gehörten zum festen Bestandteil der Tage und ermöglichten wiederholte Eindrücke jenseits der reinen Sehenswürdigkeiten. Deutlich wurde dabei die enge Verbindung zwischen Geschichte, Tourismus und dem heutigen wirtschaftlichen Leben in Luxor.

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Neben den historischen Stätten prägten auch die Beobachtungen im Alltag der Stadt den Aufenthalt. Gespräche und Begegnungen entlang der Corniche, auf Märkten und im direkten Umfeld der touristischen Zentren machten deutlich, wie abhängig viele Menschen vor Ort vom Tourismus sind. Luxor zeigte sich dabei als Ort großer historischer Bedeutung, aber auch als Stadt mit spürbaren sozialen und wirtschaftlichen Gegensätzen, die über den touristischen Blick hinaus sichtbar werden.

Luxor zeigt Geschichte nicht isoliert, sondern eingebettet in das heutige Leben. Monumente, Märkte und Menschen prägen gemeinsam das Bild der Stadt.

Februar: Wahl zum Kreisvorsitzenden des NABU Bergstraße

Der Februar stand im Zeichen einer wichtigen Weichenstellung im Ehrenamt. Auf der Mitgliederversammlung des NABU Kreisverbands Bergstraße wurde ich zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Mit dieser Wahl ging nicht nur ein formaler Rollenwechsel einher, sondern auch die Übernahme einer Verantwortung, die deutlich über einzelne Projekte oder Themenfelder hinausgeht.

Der NABU Kreisverband Bergstraße ist in der Region breit aufgestellt, mit engagierten Gruppen vor Ort und einer wachsenden öffentlichen Wahrnehmung. Entsprechend groß ist die Bandbreite an Aufgaben: von klassischem Arten- und Biotopschutz über Stellungnahmen in Planungsverfahren bis hin zu Bildungsarbeit, Vernetzung und politischem Dialog. Die Wahl markierte damit keinen Neuanfang, sondern vielmehr eine Fortsetzung und Bündelung dessen, was in den vergangenen Jahren bereits aufgebaut worden ist.

Für mich persönlich bedeutete dieser Schritt, Verantwortung stärker zu koordinieren, Prozesse klarer zu strukturieren und den Verband sowohl nach innen als auch nach außen verlässlich zu vertreten. Klare Ziele waren für mich dabei das stärkere Auftreten in politischen Prozessen, die Einbindung unserer Mitglieder und die wichtige Jugend- und Nachwuchsarbeit im Allgemeinen.  Der Februar wurde so zu einem Monat, in dem weniger sichtbare Aktionen im Vordergrund standen, dafür aber Entscheidungen, Abstimmungen und die Grundlage für viele Themen, die das Jahr 2025 weiter prägen sollten.

Der neue NABU-Kreisvorstand Bergstraße – Verantwortung teilen, gemeinsam gestalten.

März: Bildung in Tansania und vor der eigenen Haustür

Der März war für mich der prägendste Monat des Jahres. Die Reise nach Tansania, gemeinsam mit Cornelia Engel, führte mich nicht nur geografisch weit weg, sondern konfrontierte mich sehr direkt mit Fragen von Bildungsgerechtigkeit, Verantwortung und globalen Ungleichheiten. Im Mittelpunkt standen mehrere Bildungsprojekte, die in abgelegenen Regionen unter teils sehr einfachen Bedingungen realisiert werden – getragen von lokaler Initiative, internationaler Unterstützung und einem bemerkenswerten Maß an Engagement.

In Esilalei waren wir bei der Eröffnung des neuen Kindergartens „Enchilaloi“ dabei. Zu erleben, wie aus einer Idee, aus Planung und Spenden ein konkreter Ort für Bildung entsteht, war eindrücklich. Noch stärker wirkten jedoch die Begegnungen: Gespräche mit Lehrer:innen, Projektverantwortlichen und Familien machten deutlich, welche Bedeutung Bildung hier hat, nicht abstrakt, sondern ganz konkret für Zukunftschancen, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.

Was mich besonders beschäftigt hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der vor Ort Verantwortung übernommen wird, oft mit sehr begrenzten Mitteln. Diese Erfahrung hat meinen eigenen Blick auf Engagement, Ressourcen und Wirkung nachhaltig verändert. Tansania war kein Abschnitt im Kalender, sondern ein Einschnitt im Denken. Die Eindrücke wirken bis heute nach, auch in meiner ehrenamtlichen Arbeit hier vor Ort.

Begegnungen, die bleiben: Kinder, Bildung und gemeinsames Erleben in Tansania. Kleine Gesten, große Freude – und ein sehr direkter Blick auf Wirkung von Engagement.

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Parallel zu diesen internationalen Eindrücken wurde mir auch vor Ort noch einmal deutlich, wie wichtig frühe Bildungsarbeit ist. Im März wurde zudem eine neue Kooperation zwischen dem NABU Kreisverband Bergstraße und dem Naturschutzzentrum Bergstraße auf den Weg gebracht, mit einem klaren Fokus auf Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. Ziel der Zusammenarbeit ist es, bestehende Bildungsangebote besser zugänglich zu machen und Hürden für die Teilnahme abzubauen.

Für den NABU Kreisverband war diese Vereinbarung ein bewusster Schritt, Umweltbildung stärker mit ehrenamtlichem Engagement zu verknüpfen und Familien gezielt zu entlasten. Gleichzeitig stärkt die Kooperation das regionale Netzwerk im Bereich der Natur- und Umweltbildung. Der März stand damit weniger für einzelne Veranstaltungen, sondern für eine strukturelle Entscheidung, deren Wirkung sich langfristig entfalten soll.

Gemeinsam in die Zukunft schauen – Umweltbildung als gemeinsames Versprechen.

Auch überregional war der NABU aktiv: Beim Landesrat in Gladenbach ging es unter anderem um die neue Linie des hessischen Umweltministeriums, um den Umgang mit Fördermitteln und um Ideen zur Stärkung des Ehrenamts. Der Austausch mit anderen Kreisverbänden tut gut, auch weil er zeigt, dass wir mit manchen Herausforderungen nicht allein dastehen.

April: Ehrenamtsabend der TSV Auerbach

Im April fand der Ehrenamtsabend der TSV Rot-Weiß Auerbach im Parktheater statt. Der Abend war als bewusstes Dankeschön an die vielen Engagierten des Vereins angelegt, die in ganz unterschiedlichen Funktionen zum Gelingen des Vereinslebens beitragen. Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen kamen zusammen, um ehrenamtliches Engagement sichtbar zu machen und gemeinsam einen Rahmen für Anerkennung und Austausch zu schaffen.

In den Ansprachen wurde deutlich, welche Bedeutung das Ehrenamt für Verein, Stadt und Gesellschaft hat. Bürgermeisterin Christine Klein und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert hoben die Rolle des freiwilligen Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Besonders die Ehrungen langjährig Aktiver, darunter Bernd Linke, Erich Hantzsch sowie Margarete und Horst Knop machten sichtbar, wie sehr Vereinsarbeit von Kontinuität, Verlässlichkeit und persönlichem Einsatz lebt.

Begleitet wurde der Abend von sportlichen Beiträgen, humorvollen Elementen und musikalischer Gestaltung, die dem formellen Teil einen offenen und lebendigen Rahmen gaben. Für mich stand weniger das Programm als Ganzes im Vordergrund, sondern die Atmosphäre: ein Abend, der gezeigt hat, wie viel im Ehrenamt oft im Hintergrund geschieht und wie wichtig es ist, diesem Engagement bewusst Raum zu geben.

Standing Ovations für das Ehrenamt – ein Moment echter Anerkennung.

Mai: Sportkreistag, Umwelt & Verantwortung

Der Mai brachte mit dem 30. Ordentlichen Sportkreistag des Sportkreises Bergstraße eine weitere formelle, aber inhaltlich wichtige Station des Jahres. Im Rahmen der Versammlung wurde ich als Beauftragter für Umwelt- und Naturschutz in den Sportkreisvorstand gewählt. Damit verbunden ist zugleich ein Sitz im Naturschutzbeirat des Kreises Bergstraße bei der Unteren Naturschutzbehörde.

Der Sportkreistag machte einmal mehr deutlich, wie eng Sport, Infrastruktur, Umweltfragen und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind. Gerade Themen wie nachhaltige Sportstätten, Flächennutzung, Energiefragen und der Schutz von Natur und Landschaft spielen auch im organisierten Sport eine zunehmend größere Rolle. Die Wahl in dieses Amt ist damit weniger repräsentativ als vielmehr arbeitsbezogen angelegt.

Für mich markierte der Mai eine weitere Ausweitung der Schnittstellen zwischen Ehrenamt, Naturschutz und sportlicher Vereinsarbeit. Der Fokus lag nicht auf einzelnen Projekten, sondern auf Gremienarbeit, Abstimmung und langfristigen Fragestellungen. Es war ein Monat, der weniger nach außen wirkte, dafür aber strukturell Bedeutung hatte und zusätzliche Verantwortung mit sich brachte.

Sportkreistag des Sportkreises Bergstraße – Austausch, Verantwortung und Entscheidungen.

Juni: Ruhrtalradweg und Abend des Sports

Der Juni war geprägt von Bewegung, Strecke und Perspektivwechsel. Über das Pfingstwochenende führte uns eine mehrtägige Radtour auf dem Ruhrtalradweg von Hagen bis nach Duisburg. Die Route zeigte eindrucksvoll, wie eng im Ruhrgebiet Natur, Industriegeschichte und urbane Räume miteinander verwoben sind. Flussnahe Abschnitte, ruhige Waldpassagen, mehrere Ruhrseen, eine kleine Fähre und wechselnde Stadtlandschaften sorgten für eine abwechslungsreiche Strecke ohne große Steigungen, aber mit vielen Eindrücken. Trotz durchwachsenem Wetter blieb der Gesamteindruck sehr positiv, nicht zuletzt durch die gute Infrastruktur und die Vielzahl kleiner, unerwarteter Begegnungen am Wegesrand.

Eine dieser Begegnungen war eher kurios als spektakulär. Während wir an einer Fähre warteten, sprach uns eine andere Radgruppe an. Ein kurzer Moment des Zögerns, dann die Frage, ob ich nicht der „Kleinstadtheld“ sei, der immer über Radtouren schreibt. Erst kurz verdutzt, dann lachend bestätigt. Mitten im Ruhrtal erkannt zu werden, hatte ich so nicht erwartet, aber genau solche zufälligen Gespräche machen eine Tour oft besonders. Ein kleiner Flussübergang, ein paar Minuten Austausch – und ein Moment, der hängen bleibt. Übernachtungen in Witten und Essen-Kettwig unterstrichen den Charakter der Strecke als Reiseraum, nicht nur als reine Verbindung von Start- und Zielpunkt. Der Ruhrtalradweg zeigte sich als Route, die nicht spektakulär sein will, sondern durch Kontinuität, Offenheit und Zugänglichkeit überzeugt.

Zwischen Etappe und Ziel: eine kleine Pause am Ruhrtalradweg.
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Ergänzt wurde der Monat durch den Besuch des Abends des Sports im Hessischen Landtag. Eingeladen von der Generalsekretärin der hessischen SPD, Dr. Josephine Koebe, stand hier die Würdigung sportlicher Leistungen und ehrenamtlichen Engagements im Mittelpunkt. Neben sportlichen Beiträgen und Begegnungen war vor allem die klare Botschaft prägend: Sport lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, auf und neben dem Platz. Der Juni verband damit auf besondere Weise Bewegung im wörtlichen und im übertragenen Sinn.

Beim Abend des Sports im Hessischen Landtag – gemeinsam mit Dr. Josephine Koebe.

Juli: Unterwegs in Europa – Etsch-Radweg, Gardasee und Algarve

Im Juli führte mich eine längere Radtour auf dem Etsch-Radweg bis an den Gardasee, eine Strecke, die sich durch ihre landschaftliche Vielfalt, gute Ausschilderung und durch eine Mischung aus Natur, Kultur und Orten mit eigener Identität auszeichnete. Beginnend im Vinschgau, wo Obstplantagen und Bergkulisse die ersten Tagesetappen begleiteten, führte die Route über Meran, Bozen und Trient nach Riva del Garda und entlang des Sees weiter nach Torri del Benaco und schließlich nach Verona. Die Wege boten weitgehend flache Abschnitte, klare Radspuren und viele Möglichkeiten, die Umgebung mit Blick auf Weinberge, Gewässer und historische Ortskerne wahrzunehmen, eine Kombination aus sportlicher Strecke und differenzierten Eindrücken in Landschaft und Kultur. Diese Tour zeigte mir erneut, wie Radreisen Landschaft, lokale Besonderheiten und Bewegung auf Augenhöhe zusammenbringen können, und sie bot in ihrer Summe eine klare, strukturierte Erfahrung zwischen Alpenrand und mediterraner Seeuferlandschaft.

Besonders prägend an der Tour entlang der Etsch war die klare Struktur der Strecke, die zugleich Raum für Abweichungen und individuelle Schwerpunkte ließ. Die Route folgt dem Fluss über weite Strecken sehr konsequent, wodurch sich ein gleichmäßiger Rhythmus aus Fahren, Ankommen und Weiterziehen entwickelte. Orte wie Meran, Bozen oder Trient wirkten dabei nicht wie reine Durchgangsstationen, sondern als eigenständige Etappen mit klar erkennbarem Charakter. Historische Stadtkerne, Marktplätze, Cafés und kurze Wege ins Umland machten es leicht, zwischen Bewegung und Aufenthalt zu wechseln, ohne den Fluss der Reise zu verlieren.

Mit dem Übergang vom alpinen Raum hin zum Gardasee veränderte sich auch die Atmosphäre spürbar. Das Tal öffnete sich, das Klima wurde milder, Vegetation und Architektur wechselten allmählich von mitteleuropäisch zu mediterran. Gerade dieser Übergang machte einen besonderen Reiz der Tour aus: Der Wechsel vollzieht sich nicht abrupt, sondern Etappe für Etappe, fast unmerklich. Am Gardasee selbst verschoben sich die Perspektiven erneut – vom linearen Flussradweg hin zu offenen Uferwegen, Ausblicken auf Wasser und Berge sowie Orten, die stärker vom Tourismus geprägt sind. Die Strecke bis nach Verona schloss diesen Bogen schließlich mit einem klaren Kontrast zwischen Naturraum und urbanem Zielpunkt ab. In ihrer Gesamtheit war die Tour nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern vor allem eine Reise durch unterschiedliche Landschafts- und Kulturräume, die sich logisch und stimmig aneinanderfügten.

Riva del Garda – Landschaft, Wasser und Geschichte an einem Ort. Als Partnerstadt von Bensheim ein besonderer Halt auf dem Weg entlang am Gardasee.

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Reisebericht: Etsch-Radweg und Gardasee

Unmittelbar im Anschluss folgte eine weitere Reise, diesmal in den Süden Europas: Fünf Tage an der Algarve in Portugal, von Quarteira bis Lagos. Dort standen Meer, Küste und geologische Vielfalt im Vordergrund, mit steilen Klippen, ruhigen Stränden und Ortschaften wie Benagil und Lagos, die sich durch eine eigene Mischung aus historischer Tiefe und touristischer Lebendigkeit auszeichnen. Die Algarve zeigte unterschiedliche Facetten: von landschaftlicher Ruhe über lebhafte Promenaden bis hin zu kulturellen Eindrücken in Altstädten und bei lokalen Begegnungen, die die Region weit über klassische Urlaubsbilder hinaus prägen. Diese Tage brachten eine klare, geographisch andere Perspektive in das Jahr und erinnerten daran, wie wechselhaft, facettenreich und zugleich zusammenhängend Reisenerfahrungen sein können.

Die Felsformationen der Algarve bei Lagos gehören zu den eindrucksvollsten Küstenlandschaften Europas. Wind, Wasser und Zeit haben hier eine Landschaft geschaffen, die Demut erzeugt.

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7 Jahre Kleinstadtheld.de

Juli 2025 · Jubiläum

7 Jahre Kleinstadtheld.de

Parallel zu diesen Reisen habe ich im Juli das 7-jährige Bestehen von Kleinstadtheld.de gefeiert. Sieben Jahre kontinuierliche Arbeit an einer Plattform, die regionale Geschichten, Engagement, Reisen und gesellschaftliche Themen verbindet. Keine große Inszenierung, sondern ein Moment zum Innehalten, Zurückschauen und nach vorn blicken.

August: Garden Of Delight – Musik, Begegnungen und ein starkes Miteinander

Der August stand im Zeichen von Garden of Delight im Kronepark in Auerbach. Das Konzert hat sich über die Jahre zu einem festen Termin entwickelt, nicht nur für das Publikum, sondern auch für mich persönlich. Die Organisation dieser Veranstaltung ist inzwischen mehr als Routine: Sie ist ein Zusammenspiel aus Vorbereitung, Verantwortung und dem Anspruch, einen Ort zu schaffen, an dem Musik, Atmosphäre und Begegnung zusammenkommen. Die Band lieferte auch in diesem Jahr eine intensive, mitreißende Show, die den Park in einen gemeinsamen Erlebnisraum verwandelte und deutlich machte, warum dieses Konzert für viele längst mehr ist als ein klassischer Abend mit Livemusik.

Über die Musik hinaus war mir erneut wichtig, das Konzert in einen größeren Kontext einzubetten. Das begleitende Rahmenprogramm ist inzwischen fester Bestandteil der Veranstaltung und erweitert den Abend um inhaltliche Impulse. Mit dem ADFC Bergstraße und dem NABU Bergstraße waren vertraute Partner präsent, die seit Jahren zum Charakter des Abends beitragen. Ergänzt wurde dies erstmals durch das Naturschutzzentrum Bergstraße sowie den Verein Freunde der Endarofta, der Bildungsprojekte in Tansania unterstützt. Gerade diese Erweiterung hatte für mich eine besondere Bedeutung, da sie eine Verbindung zu eigenen Erfahrungen aus dem Frühjahr herstellte und internationale Bildungsarbeit sichtbar in den lokalen Raum brachte.

Auch die Einbindung der TSV Auerbach, die mit einer Hüpfburg ein Angebot für Kinder schuf, unterstrich den offenen Charakter der Veranstaltung. Das Konzert wurde so nicht nur zu einem musikalischen Ereignis, sondern zu einem Treffpunkt für unterschiedliche Generationen und Interessen. Rückblickend zeigt der Tag sehr klar, was möglich wird, wenn Vereine, Initiativen und engagierte Menschen zusammenarbeiten. Garden of Delight steht damit nicht nur für Musik im Park, sondern für ein Format, das Gemeinschaft, Engagement und Kultur miteinander verbindet – und genau darin liegt für mich sein besonderer Wert.

Musik, Begegnungen und ein voller Park – Garden Of Delight 2025.

September: Austausch, Jubiläen und neue Anfänge im Ehrenamt

Der September war stark geprägt von Begegnungen und strukturellem Austausch im Ehrenamt. Ein fester Termin ist inzwischen das jährliche Wiedersehen der Vorstände der beiden großen Sportvereine TSV Auerbach und SSG Bensheim. Dieses Treffen ist weniger formell als vielmehr ein Austausch auf Augenhöhe, über aktuelle Herausforderungen, Entwicklungen im Vereinsalltag und gemeinsame Schnittmengen. Gerade in Zeiten wachsender Anforderungen an Organisation, Ehrenamtliche und Strukturen zeigen solche Gespräche, wie wichtig Vernetzung und gegenseitiges Verständnis für eine lebendige Vereinslandschaft sind.

Ein weiterer besonderer Anlass war das 75-jährige Jubiläum des NABU Bensheim/Zwingenberg. Bei der Feier durfte ich den NABU-Kreisverband Bergstraße mit einem Grußwort vertreten. Das Jubiläum machte eindrücklich sichtbar, wie kontinuierliches ehrenamtliches Engagement über Jahrzehnte hinweg wirkt, nachhaltig. Im Mittelpunkt stand dabei das Zusammenspiel von Ehrenamt, Politik und Gesellschaft als Grundlage für erfolgreichen Natur- und Umweltschutz. Die Veranstaltung war zugleich Rückblick und Ermutigung, diesen Weg auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterzugehen. Der September zeigte damit eindrucksvoll, wie wichtig Räume für Dialog, Vernetzung und langfristige Perspektiven sind, im Sport ebenso wie im Naturschutz.

Oktober: Landesweiter Austausch im Naturschutz

Im Oktober nahm ich am Landesrat des NABU Hessen in der Hausberghalle Hoch-Weisel teil. Das Treffen dient dem landesweiten Austausch der Kreisverbände und bietet Raum, aktuelle naturschutzfachliche, organisatorische und politische Themen gemeinsam zu diskutieren und einzuordnen.

Im Mittelpunkt standen Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der Verbandsarbeit, zu Flächennutzungskonflikten, Bürokratieanforderungen und den strukturellen Herausforderungen im Ehrenamt. Der Landesrat machte deutlich, wie wichtig dieser regelmäßige Austausch ist, um Erfahrungen zu bündeln, Positionen abzustimmen und die Arbeit im Naturschutz langfristig tragfähig weiterzuentwickeln.

November: Austausch, Haltung und Sichtbarkeit von Engagement

Der November war geprägt von einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Veranstaltungen, die dennoch eines gemeinsam hatten: Sie machten sichtbar, wie breit Engagement heute aufgestellt ist, im Sport, im Naturschutz und im gesellschaftlichen Diskurs. Auf Einladung des Landessportbundes Hessen nahm ich an der Jahrestagung der hessischen Großsportvereine teil. Der Austausch zeigte deutlich, mit welchen strukturellen, personellen und finanziellen Herausforderungen große Vereine aktuell umgehen müssen und wie wichtig Vernetzung und Erfahrungsaustausch dabei sind.

Im Naturschutzzentrum Bergstraße stand der sachlich fundierte Vortrag „Der Wolf ist zurück – Wolf und Mensch“ von Günter Trapp im Mittelpunkt. Der Abend bot einen differenzierten Überblick über Biologie, Schutzstatus und Konfliktfelder und zeigte, wie wichtig eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit emotional besetzten Themen ist. Ebenfalls dort fand das stimmungsvolle Lichterfest statt, das mit vielen Familien, liebevoll gestalteten Stationen und einer besonderen Atmosphäre einen gelungenen Jahresabschluss für viele Ehrenamtliche und Besucher:innen bot.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Kindeswohl im Sport: Beim Bündnistreffen „Safe Kids – Kindeswohl im Sport“ wurde deutlich, wie wichtig Präsenz, Austausch und klare Strukturen sind, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen. Ergänzt wurde der Monat durch die Podiumsdiskussion „Sport und Vielfalt – Stark durch Zusammenhalt“, bei der unterschiedliche Perspektiven aus Leistungssport, Vereinsarbeit und Wissenschaft zusammenkamen. Den Abschluss bildete die Verleihung der Ehrenamts-Card des Kreises Bergstraße in Einhausen – ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für viele Menschen, die sich oft im Hintergrund für das Gemeinwohl einsetzen.

November in Bildern: Austausch, Haltung und Engagement in vielen Facetten – vom fachlichen Dialog über Naturschutz und Sport bis hin zu Begegnungen, die zeigen, wie vielfältig Ehrenamt heute gelebt wird.

Dezember: Dank, Begegnung und gemeinsamer Jahresabschluss

Der Dezember stand im Zeichen des Dankes und des bewussten Innehaltens zum Jahresende. Besonders in Erinnerung geblieben ist die Einladung zur Weihnachtsfeier des Schuwara e. V., verbunden mit einer großzügigen Spende für den Naturschutz. Einen ruhigen, persönlichen Abschluss fand das Jahr beim traditionellen Jahresabschlussessen mit dem NABU-Vorstand. Dieser Moment bietet jedes Jahr die Gelegenheit, Danke zu sagen für das, was oft selbstverständlich wirkt: Zeit, Verlässlichkeit und kontinuierliches Engagement für den Naturschutz. In entspannter Atmosphäre wurde gemeinsam zurückgeblickt und zugleich deutlich, dass vieles nur möglich ist, weil Menschen langfristig Verantwortung übernehmen.

Jahresabschluss mit dem NABU-Vorstand – Danke sagen, zurückblicken, weiterdenken.

Kurz vor Weihnachten folgte dann noch ein ganz privater Abschluss: ein gemeinsames Essen mit Freunden, danach natürlich Wichteln. Kein großes Programm, keine Inszenierung, einfach ein schöner, entspannter Abend mit gutem Essen, guten Gesprächen und einer vertrauten Runde. Inzwischen ist auch das eine kleine Tradition geworden. Ein passender, ruhiger Ausklang für ein intensives Jahr.

Wichteln mit Freunden – eine kleine Tradition.

Wenn ich auf 2025 zurückblicke, sehe ich kein Jahr der Einzelereignisse, sondern ein Jahr der Verdichtung. Viele Themen, die mich schon länger begleiten, sind konkreter geworden, durch neue Rollen, durch Entscheidungen und durch Erfahrungen, die Verantwortung spürbar gemacht haben. Reisen, Ehrenamt und regionale Arbeit liefen nicht nebeneinander, sondern haben sich gegenseitig beeinflusst und geschärft.

Besonders prägend waren dabei die Perspektivwechsel: das Erleben globaler Bildungsarbeit in Tansania, das Unterwegssein auf langen Radstrecken, aber auch die kontinuierliche Arbeit in Gremien, Vereinen und Netzwerken vor Ort. Diese Wechsel haben meinen Blick nicht relativiert, sondern präzisiert – auf das, was machbar ist, und auf das, was Verantwortung bedeutet.

Was bleibt, sind weniger einzelne Bilder als vielmehr Zusammenhänge. Beziehungen, die gewachsen sind. Aufgaben, die klarer geworden sind. Und das Gefühl, dass Engagement dann Wirkung entfaltet, wenn es verlässlich, strukturiert und mit Haltung betrieben wird, unabhängig davon, ob es sichtbar ist oder nicht.

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Zuletzt aktualisiert am 30. Dezember 2025

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