Veröffentlicht am 17. Juli 2026
Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026
Für wen & wofür geeignet: Für alle, die den Moselradweg als mehrtägige Radreise planen oder sich einen ehrlichen Eindruck von der Strecke zwischen Metz, Trier, Bernkastel-Kues, Cochem und Koblenz verschaffen möchten. Der Beitrag ist persönlicher Erfahrungsbericht, Etappenübersicht, kleine Planungshilfe und praktische Einordnung zugleich – mit Hinweisen zu Strecke, Charakter, Pausen, Hotels und Sehenswürdigkeiten.
© Michael K. Kärchner
Die Mosel wollte ich schon lange mal befahren. Bilder, Städte, diese ganze „Postkartenidylle“ war immer spannend und in wie Cochem oder Trier war ich vorher auch noch nie. Im Sommer 2026 ging es dann auf den Moselradweg, von Metz bis Koblenz. Heraus kam eine zwölftägige Radreise durch Frankreich, Luxemburg und Deutschland, mit acht Radetappen, zwei bewusst eingeplanten Stadt- und Pausentagen in Trier und Koblenz und am Ende 330 Kilometern.
Die Mosel ist ein Nebenfluss des Rheins. Sie entspringt in den südlichen Vogesen nahe dem Col de Bussang und mündet in Koblenz am Deutschen Eck in den Rhein. Ihre Gesamtlänge beträgt rund 544 Kilometer; davon liegen etwa 313 Kilometer in Frankreich und 231 Kilometer in Deutschland, rund 36 Kilometer davon bilden die gemeinsame deutsch-luxemburgische Grenzstrecke. Der deutsche Abschnitt wird üblicherweise in Obermosel, Mittelmosel und Untermosel beziehungsweise Terrassenmosel gegliedert. Zwischen Metz und Koblenz ist die Mosel seit der Kanalisierung in den Jahren 1958 bis 1964 auf rund 270 Kilometern als Großschifffahrtsstraße ausgebaut.
Unsere Route führte von Metz über Thionville, Perl, Trier, Trittenheim, Bernkastel-Kues, Briedel und Cochem bis ans Deutsche Eck in Koblenz. Was diese Strecke besonders macht, ist ihre langsame Veränderung. Der Start in Metz und Thionville ist noch deutlich französisch, teils städtisch, teils industriell, mit Kanälen, Anlagen und langen geraden Abschnitten. Danach wird es grüner, ruhiger und naturnäher. Bei Perl kommt das Dreiländereck ins Spiel, zwischen Grevenmacher und Wasserbillig fährt man an Luxemburg entlang, Trier bringt die große römische Geschichte dazu – und spätestens ab Trittenheim ist man endgültig in dieser klassischen Wein-Mosel angekommen, mit Schleifen, Rebhängen, kleinen Orten, Burgen und Radwegen direkt am Wasser.
In diesem Reisebericht fasse ich Etappen, Orte, Pausenstationen, Hotels und Eindrücke zusammen – mit allem, was gut funktioniert hat, aber auch mit den Abschnitten, die zäh waren. Denn nicht jeder Kilometer war ideal. Es gab Hitze, Baustellen, schwierige Seitenwechsel und Streckenstücke, die man im Nachhinein vielleicht anders fahren würde. Aber genau das gehört zu einer echten Radreise dazu und dennoch war diese Tour eine der schönsten, die ich je gefahren bin.
Kurzüberblick zur Tour
Anreise nach Metz
Die Moselradtour begann mit einer ungeplanten Änderung. Unsere ursprünglich vorgesehene Anreise über Saarbrücken war kurzfristig nicht mehr möglich, weil es rund um den Bahnhof erhebliche Probleme im Zugverkehr gab. Damit war klar, dass wir Metz auf diesem Weg nicht wie geplant erreichen würden. Als Alternative blieb die Verbindung über Straßburg. Sie dauerte zwar länger, funktionierte aber insgesamt besser als zunächst erwartet, sodass wir schließlich doch noch mit unseren Rädern in Richtung Frankreich unterwegs waren.
Erschwert wurde die Anreise zusätzlich durch Temperaturen von mehr als 40 Grad. In den meisten Zügen ließ sich die Hitze noch einigermaßen aushalten. In einem Zug fiel allerdings die Klimaanlage aus oder war zumindest kaum zu spüren – hatte sich wohl auch Urlaub genommen. Insgesamt waren wir zwar deutlich länger unterwegs als vorgesehen, kamen am Ende aber ohne weitere Schwierigkeiten in Metz an. Metz ist mehr als nur ein möglicher Ausgangspunkt für eine Radtour. Die Altstadt, die Kathedrale, die Plätze und die verschiedenen Moselarme geben der Stadt einen eigenen Charakter.
Übernachtet haben wir im Kyriad Metz Centre. Das Hotel liegt günstig, um sowohl die Innenstadt zu erreichen als auch am nächsten Morgen ohne größere Umwege in Richtung Moselradweg aufzubrechen. Metz war deshalb nicht nur der Ort unserer Ankunft, sondern ein passender Beginn der Reise. Mit der deutschen Weinmosel und ihren bekannten Bildern hatte die Stadt noch wenig zu tun. Gerade darin lag aber auch ein guter Ausgangspunkt für eine Strecke, deren Landschaft und Charakter sich in den folgenden Tagen mehrfach verändern sollten.
Zentraler kann man in Metz kaum sitzen. Bei großer Hitze und wenig Hunger waren die kleinen Hähnchen-Burger mit Knoblauch-Mayo genau richtig – unkompliziert, lecker und deutlich besser, als man bei so einem schnellen Abendessen vielleicht erwartet. Die Karte war groß, draußen saß man gut, und mit Englisch kamen wir problemlos weiter. Kein großes Feinschmeckerprogramm, aber ein sehr solider Start in die Tour.
Route und Etappenübersicht
Etappe 1: Metz – Thionville
Anrollen zwischen Stadt, Industrie, Mosel und Kanal
Am nächsten Morgen begann die erste richtige Radetappe. Von Metz nach Thionville sind es rund 34 Kilometer, eine angenehme Länge für den Einstieg, ohne es am ersten Tag gleich zu übertreiben. Vom Hotel aus fanden wir schnell zur Mosel und auch der Einstieg in den Radweg war unkompliziert. Thionville war bereits früh ausgeschildert. Gerade zu Beginn einer längeren Radreise ist das hilfreich, denn unnötige Umwege durch Nebenstraßen braucht man am Anfang wirklich nicht.
Die ersten Kilometer waren noch stark von der Stadt und ihrem industriellen Umfeld geprägt. Wir fuhren an Kanälen, technischen Anlagen und Gewerbeflächen vorbei. Mit den bekannten Bildern der Mosel – Weinbergen, Burgen und engen Flussschleifen – hatte dieser Abschnitt noch wenig zu tun. Hier zeigt sich der Fluss zunächst als Teil eines städtischen Verkehrs- und Wirtschaftsraums. Das machte die Strecke nicht unbedingt schön, aber durchaus interessant. Während wir Metz allmählich hinter uns ließen, wurde die Bebauung lockerer und der Raum öffnete sich zunehmend.
Später verlief der Weg über längere Abschnitte direkt an der Mosel, meist auf der linken Seite, mit einigen Wechseln zwischendurch. Die Wege sind überwiegend gut ausgebaut, ruhig und angenehm zu fahren. Im weiteren Verlauf orientiert sich die Route stärker am Moselkanal und führt dort über mehrere Kilometer fast geradeaus.
Dieser Teil der Etappe war landschaftlich eher gleichförmig, ließ sich aber entspannt fahren. Es gab keine nennenswerten Steigungen und auch der Untergrund bereitete keine Schwierigkeiten. Schon an diesem ersten Tag fiel allerdings auf, dass es an der französischen Mosel unmittelbar am Radweg nur wenige Möglichkeiten für eine Einkehr am Radweg gibt. Wer etwas essen oder Getränke kaufen möchte, muss dafür teilweise gezielt in die Orte hineinfahren. Gerade bei hohen Temperaturen empfiehlt es sich deshalb, ausreichend Wasser und eine Kleinigkeit zu essen dabeizuhaben.
Thionville erreichten wir ohne Probleme. Zunächst hatten wir die Stadt vor allem als Etappenziel betrachtet, stellten dann aber fest, dass die Innenstadt durchaus einen Rundgang wert ist. Übernachtet haben wir im B&B Hôtel Thionville Centre Gare. Die Lage war praktisch, und nach der ersten Etappe zählten ohnehin vor allem ein unkomplizierter Check-in, eine sichere Unterbringung der Fahrräder und die Möglichkeit, am Abend noch etwas essen zu gehen.
In Thionville saßen wir schön zentral in der Fußgängerzone draußen. Das Boeuf Bourguignon mit Reis war gut, der Abend insgesamt angenehm und unkompliziert. Für mich war es kein riesiges kulinarisches Highlight, aber genau das, was man nach einer ersten Radetappe gut gebrauchen kann: ordentliches Essen, gute Lage, draußen sitzen, runterkommen. Auch hier kamen wir mit Englisch gut weiter.
Etappe 2: Thionville – Perl
Der erste richtig schöne Moseltag
Nach der kurzen Einstiegsetappe von Metz nach Thionville entsprach der zweite Radtag schon eher dem, was ich mir unter einer Moseltour vorgestellt hatte. Wir starteten und waren sofort wieder am Fluss. Der Radweg dort ist leicht zu finden, und schon nach wenigen hundert Metern lag Thionville hinter uns. Damit änderte sich auch die Umgebung: Statt Stadt, Industrieanlagen und Kanälen bestimmten nun zunehmend Grün, Wasser und offene Landschaft das Bild.
Die Strecke verläuft über weite Abschnitte unmittelbar an der Mosel. Der Radweg ist asphaltiert, flach und gut ausgebaut. Es gab wenig Verkehr und nur wenige Unterbrechungen, sodass wir schnell einen guten Rhythmus fanden. Entlang des Flusses waren ständig Vögel zu hören. Mehrfach sahen wir Reiher, über den offenen Flächen außerdem verschiedene Greifvögel.
Ein kaum zu übersehender Punkt der Etappe war das Kernkraftwerk Cattenom. Seine vier Kühltürme stehen weithin sichtbar in der Landschaft und blieben über längere Zeit im Blick. Zwischen Fluss, Feldern und den grünen Ufern wirkte die große Anlage besonders auffällig.
Schön war dieser Anblick nicht unbedingt, aber er gehört zu diesem Abschnitt der Mosel. Der Fluss führt hier nicht nur durch naturnahe Landschaften und später durch Weinorte, sondern ebenso an Industrie- und Energieanlagen vorbei. Cattenom blieb deshalb als einer der markantesten Eindrücke des Tages in Erinnerung.
An einigen Stellen war die Streckenführung etwas unübersichtlich. Für einen Seitenwechsel führte der Weg zunächst im Zickzack, scheinbar ein Stück zurück und anschließend über eine Brücke. Kurzzeitig mussten wir dabei auch eine stärker befahrene Straße nutzen. Problematisch war das nicht, eine eindeutigere Beschilderung hätte die Orientierung jedoch erleichtert.
An einer der ersten größeren Moselschleifen wechselten wir erneut die Flussseite und fuhren außen um die Schleife herum. Dieser Abschnitt war landschaftlich besonders schön. Später folgte noch einmal ein kurzes Stück auf einer Landstraße, vermutlich nicht mehr als einen Kilometer. Danach führte die Route wieder unmittelbar an der Mosel entlang. Je näher wir Perl kamen, desto deutlicher wurde, dass nun auch der französische Teil unserer Reise zu Ende ging. Vor uns lagen das Dreiländereck und der Übergang nach Deutschland. Die Überquerung der Grenze war dann auch etwas unspektakulär, aber wir kamen gut an.
In Perl übernachteten wir im Wein Erlebnis Hotel Maimühle. Nach den eher zweckmäßigen Stadthotels in Metz und Thionville war das ein deutlicher Wechsel. Das kleinere, vom Wein geprägte Haus passte bereits stärker zu dem Bild der Mosel, das die folgenden Etappen bestimmen sollte.
Der Grill Dreiländereck ist kein romantisches Moselrestaurant, sondern eher ein typischer Fastfood-Grill mit sehr umfangreicher Karte. Aber manchmal ist genau das richtig. Der große Biergarten war schattig, man konnte gut sitzen, und der Dönerteller war hervorragend. Nach der Etappe nach Perl war das eine unkomplizierte und richtig passende Einkehr.
Etappe 3: Perl – Trier
Obermosel, Luxemburg und die Ankunft über die Römerbrücke
Nach der Nacht in Perl ging es weiter nach Trier. Mit rund 51 Kilometern gehörte die Etappe zu den längeren der Tour, ließ sich aufgrund des weitgehend flachen Verlaufs aber gut bewältigen. Vom Hotel aus waren wir direkt wieder auf dem Moselradweg.
Die Strecke ist hier breit, asphaltiert und verläuft über lange Abschnitte nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Besonders die ersten zwei Drittel der Etappe waren angenehm ruhig. Es waren nicht allzu viele Radfahrer unterwegs, stärkeren Verkehr gab es kaum und nennenswerte Steigungen fehlten fast vollständig. Dadurch kamen wir gut voran, ohne dass sich die Strecke anstrengend anfühlte.
Nach ungefähr zehn Kilometern legten wir bei „Opa Schuller“, einer kleinen Pizzeria zwischen mehreren Campingplätzen, eine erste kleine Pause ein. Anschließend fuhren wir zunächst auf der rechten Moselseite weiter. Der Weg blieb flach und gut ausgebaut, häufig mit direktem Blick auf den Fluss. Am Ufer wechselten sich Weinorte, Campingplätze und Grünflächen ab. Lediglich an einzelnen Brücken und Zufahrten waren kurze Anstiege zu bewältigen.
Bei Grevenmacher überquerten wir die Mosel und setzten die Fahrt auf der luxemburgischen Seite fort. Dort entfernte sich der Weg zunächst etwas vom Fluss und führte über einen längeren, leichten Anstieg. Danach ging es wieder hinunter ans Wasser. Auch dieser Abschnitt war gut zu fahren und landschaftlich abwechslungsreich.
Eine zweite längere Pause machten wir in Wasserbillig im Queens. Nach mehreren Stunden auf dem Rad war es angenehm, sich hinzusetzen, etwas zu essen und zu trinken und anschließend ausgeruht weiterzufahren. In Wasserbillig mündet die Sauer in die Mosel. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis Konz und Trier. Auf den letzten zehn bis zwölf Kilometern nahm der Verkehr auf dem Radweg deutlich zu. Neben Ausflugsradlern waren nun auch mehr E-Bikes, Rennräder, Roller und Alltagsradler unterwegs. Nach den ruhigen Abschnitten zuvor war der Übergang in den Trierer Raum deutlich zu merken.
Trier erreichten wir über die Römerbrücke. Nach der langen Fahrt entlang der Obermosel, über die luxemburgische Seite und vorbei an Wasserbillig und Konz war die Einfahrt in die Stadt ein passender und echt schöner Abschluss der Etappe. Übernachtet haben wir im MEA Hotel Trier, das wir für zwei Nächte gebucht hatten. Dadurch mussten wir am folgenden Morgen weder packen noch direkt wieder aufbrechen. Trier blieb damit nicht nur Etappenziel, sondern bekam einen eigenen Tag zur Erkundung.
Die Kartoffel Kiste war für mich das erste echte Abendessen-Highlight der Tour. Wir waren an beiden Trier-Abenden dort, und allein das sagt schon viel. Die Karte ist groß, die Lage in der Fußgängerzone praktisch, und ich hätte dort locker noch mehrere Gerichte ausprobieren können. Der Wurstsalat mit Bratkartoffeln am ersten Abend war fantastisch. Das Pfefferrahmschnitzel am zweiten Abend war auch okay, nur die Pommes waren leider zu hart. Insgesamt trotzdem eine klare Empfehlung.
Römerstadt Trier
Pausentag mit Porta Nigra, Römergeschichte und genug Zeit zum Ankommen
Nach der längeren Etappe von Perl nach Trier war es angenehm, am nächsten Morgen nicht gleich wieder die Taschen packen zu müssen. Wir hatten bewusst zwei Nächte in Trier eingeplant. Das erwies sich als gute Entscheidung, denn bei einer mehrtägigen Radreise tut ein Tag ohne Ortswechsel zwischendurch gut. Nicht unbedingt, weil die Kräfte fehlen, sondern weil die Reise sonst schnell zu einer Abfolge aus Fahren, Ankommen, Auspacken und erneutem Aufbruch wird.
Trier eignet sich gut für einen solchen Pausentag. Die Innenstadt bietet genügend zu sehen, um einen ganzen Tag dort zu verbringen. Wir begannen mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet im Wirtshaus. Anschließend nahmen wir an einer Stadtführung teil, die an der Porta Nigra startete. Die Porta Nigra kennt man aus vielen Bildern. Direkt davorzustehen, war dennoch eindrucksvoll. Da wir am Vortag bereits über die Römerbrücke nach Trier hineingefahren waren, ergab sich damit zugleich eine Verbindung zwischen unserer Ankunft und der römischen Geschichte der Stadt.
Die Führung verlief durch die Innenstadt und griff verschiedene Epochen und Themen der Trierer Geschichte auf. Dazu gehörten das römische Trier, die mittelalterliche Stadt, die Rolle der Kirchen und Bischöfe sowie die Auseinandersetzungen um Macht und städtische Selbstständigkeit. Zu den Stationen zählten neben der Porta Nigra das Dreikönigenhaus, der Hauptmarkt, der Dom und die Liebfrauenkirche. Später ging es weiter zur Konstantinbasilika und zum Kurfürstlichen Palais mit dem Palastgarten.
Gerade die Nähe sehr unterschiedlicher Bauwerke und Epochen macht Trier interessant. Auf das römische Stadttor folgen mittelalterliche Häuser und Plätze, große Kirchenbauten und schließlich die Konstantinbasilika mit dem barocken Palais unmittelbar daneben. Die historischen Spuren liegen in der Stadt nicht getrennt voneinander, sondern oft nur wenige Schritte auseinander.
Nach der Führung machten wir noch eine Hop-on-/Hop-off-Rundfahrt. Sie ergänzte den Rundgang zu Fuß, weil sie auch weiter auseinanderliegende Orte einbezog und einen besseren Überblick über die Stadt vermittelte. Die Strecke führte unter anderem an der Mosel und der Römerbrücke, den Barbarathermen, dem Petrisberg, dem Amphitheater, dem Landesmuseum, dem Karl-Marx-Haus und den Viehmarkthermen vorbei.
Und noch ein Tipp: An beiden Abenden saßen wir vor dem Essen im Hauptmarkt 1, einer kleinen Kölsch-Bar direkt am Hauptmarkt. Von den Plätzen draußen ließ sich das Geschehen auf dem Platz hervorragend beobachten. Bei ein paar Kölsch war das für uns ein unkomplizierter und angenehmer Abschluss des Tages beziehungsweise Zwischenstopp vor dem Abendessen.
Kornmarkt 1–3, Trier
Weil es im MEA Hotel Trier kein Frühstück gab, brauchten wir eine gute Lösung in der Stadt. Den entscheidenden Tipp bekamen wir von einer sehr freundlichen Servicekraft aus der Restaurant Kartoffel Kiste – und der war Gold wert: Das Frühstücksbuffet im Bitburger Wirtshaus am Kornmarkt. Für 12,45 Euro, Getränke extra, war das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich stark. Gute Auswahl, angenehme Atmosphäre, super Service und für Trier zu diesem Preis fast schon unschlagbar.
Unkompliziert, zentral, ordentliches Buffet, genug Zeit zum Sitzen und kein überteuerter Hotelfrühstücks-Ersatz. Für unseren Aufenthalt in Trier genau richtig.
Etappe 4: Trier – Trittenheim
Erst raus aus der Stadt, dann hinein in die Wein-Mosel
Nach dem Pausentag in Trier und einem ausgezeichneten Frühstück ging es wieder aufs Rad. Taschen packen, Fahrräder beladen, die Route prüfen und wieder losfahren. Aus Trier heraus fanden wir zunächst zurück zur Mosel und starteten im Bereich der Römerbrücke. Landschaftlich knüpft die Strecke allerdings nicht unmittelbar an die Eindrücke des Vortages an. Denn nach wenigen hundert Metern führt der Weg vom Fluss weg und durch Gewerbe- und Industriegebiete sowie weiter durch Ruwer und Kenn.
Hinter Trier saß dieses Nutria direkt neben dem Radweg im Gras, nicht weit weg von Straße und Verkehr. Ich konnte ziemlich nah ran, vielleicht zwanzig Zentimeter, und das Tier hat sich davon überhaupt nicht beeindrucken lassen. Es saß einfach da und hat weitergefuttert. So eine Begegnung dauert nur kurz, bleibt bei so einer Tour aber trotzdem hängen.
Der Abschnitt ließ sich gut fahren, war aber eher zweckmäßig als sehenswert. Lagerhallen, Zufahrtsstraßen und Ortsdurchfahrten gehören eben auch zu einem Radweg, vor allem beim Verlassen einer größeren Stadt. Gestört hat mich das nicht, aber die ersten Kilometer unterschieden sich deutlich von den Moselbildern, die später den Tag prägten. Einzig eine eindeutige Beschilderung des Mosel-Radweges in dem Bereich wäre nicht schlecht gewesen. So mussten wir uns im Grunde von Dorf zu Dorf orientieren, um nicht auf einem der zahlreichen anderen Radwege zu landen.
Gegenüber von Schweich kamen wir wieder näher an den Fluss. Von dort an wurde die Strecke zunehmend landschaftlicher. Die Mosel rückte wieder ins Blickfeld, die Wege verliefen ruhiger und an den Hängen waren nun häufiger Weinberge zu sehen. Über Riol und Mehring fuhren wir weiter in Richtung Detzem. Dieser Abschnitt entsprach schon eher dem Bild der Weinmosel: Kleine Orte, Rebhänge, grüne Ufer und ein weitgehend flacher Radweg, auf dem wir gut vorankamen.
In Detzem machten wir beim Weinhaus Alten eine längere Pause. Der Winzerhof mit seiner schattigen Rebenlaube und dem Garten war dafür ein angenehmer Ort für eine Traubenschorle. Anschließend ging es über Thörnich weiter durch das Innere einer Moselschleife. Der Weg verlief dort nicht immer direkt am Wasser, sondern teilweise mitten durch die Weinberge. Dadurch wirkte der Abschnitt anders als die vorherigen Kilometer am Fluss, mit schmaleren Wegen, Kurven und wechselnden Ausblicken. Bei Leiwen kamen wir wieder näher an die Mosel.
Von dort war es nicht mehr weit bis Trittenheim. In diesem Teil der Strecke wurden die Orte kleiner, die Moselschleifen enger und der Weinbau immer bestimmender. Der Unterschied zu Trier war deutlich: Nach Stadt, Geschichte und römischen Bauwerken standen nun vor allem Fluss, Weinberge und Landschaft im Mittelpunkt.
Die Brückenschänke AlGaSo war eines der besten Abendessen der ganzen Tour. Transsilvanische Küche mitten in Trittenheim – das hatte ich so nicht unbedingt erwartet. Das Brot mit Öl, Chili und Knoblauch vorneweg war schon stark, das Gulasch mit Krautsalat danach richtig gut. Dazu ein sehr freundlicher Service. Für mich eines der klaren Restaurant-Highlights dieser Moselreise.
Etappe 5: Trittenheim – Bernkastel-Kues
Die schönste Genuss-Etappe der Tour
Nach der Nacht in Trittenheim fuhren wir weiter nach Bernkastel-Kues. Wenn ich eine Etappe auswählen müsste, die meinem Bild vom Moselradweg besonders nahekam, wäre es vermutlich diese. Schon die ersten Kilometer gefielen mir sehr gut. Von Trittenheim aus ging es leicht bergab, zwischen Mosel und Weinbergen, auf einem gut ausgebauten Weg und bei angenehmem Licht.
Die Strecke verläuft hier fast durchgehend unmittelbar am Fluss, stellenweise nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Weinberge, kleine Orte und die engen Schleifen der Mosel bestimmen das Bild. Spätestens auf diesem Abschnitt waren wir in jener Landschaft angekommen, die man üblicherweise mit der Weinmosel verbindet.
Einen ersten Halt machten wir am Hafen von Neumagen-Dhron. Dort liegt der Nachbau des römischen Weinschiffs, der auf die lange Geschichte des Weinbaus und des Handels an der Mosel verweist. Nach den vielen Weinbergen entlang der Strecke passte dieser historische Bezug gut zu dem Ort. Der Weinbau prägt die Region schließlich nicht erst seit dem heutigen Tourismus, sondern schon seit sehr langer Zeit.
Anschließend ging es weiter in Richtung Piesport. Besonders schön war die enge Moselschleife, deren Innenseite wir entlangfuhren. Auch Piesport selbst gefiel mir sehr gut. Eine längere Pause machten wir später bei der Weinhütte Marx in der Nähe von Wintrich. Sie liegt direkt am Radweg und bietet einen tollen Garten mit ausreichend Platz, obwohl dort viele Radfahrer hielten. Bei einer Traubenschorle und einem Paar Wiener war das einer der angenehmsten Pitstops der gesamten Tour.
Von dort waren es noch etwa zehn bis zwölf Kilometer bis Bernkastel-Kues. Auch der letzte Abschnitt verlief weiterhin nah an der Mosel und ließ sich gut fahren. Zwischendurch gab es schattige Passagen, daneben immer wieder den Blick auf den Fluss und die Weinberge. Wir erreichten Bernkastel-Kues relativ früh und konnten auch direkt im einchecken. Dadurch blieb noch genügend Zeit für einen Rundgang durch den Ort. Die Etappe endete für uns deshalb nicht nur mit der Ankunft im Hotel, sondern mit einem entspannten Nachmittag in Bernkastel, das für mich zu den schönsten Stationen unserer Reise gehörte.
Die Grabenschenke liegt zentral in Bernkastel-Kues, und draußen sitzt man in kleinen Lauben sehr angenehm. Das Schnitzel war gut, die Pommes besser als in Trier, der Salat in Ordnung, der Service freundlich. Keine große Überraschung, aber ein rundes Abendessen an einem Ort, der nach dieser Etappe ohnehin viel zu bieten hatte.
Bernkastel-Kues und Burg Landshut
Nach dem Check-in gingen wir noch nach Bernkastel hinüber. Bernkastel-Kues ist natürlich einer der bekanntesten Orte an der Mosel, entsprechend voll war es auch. Trotzdem lohnt sich der Ort. Vor allem die Altstadt auf der Bernkasteler Seite ist sehenswert: Enge Gassen, viele Fachwerkhäuser, der Marktplatz, das Spitzhäuschen, der St.-Michaelsbrunnen und das Rathaus. Dazu kommen viele Restaurants, Weinstuben und natürlich die Mosel direkt vor der Tür. Bernkastel hat den alten Stadtkern mit Fachwerk und Marktplatz, Kues ist eng mit Nikolaus von Kues verbunden, und über allem liegt natürlich der Wein. Das ist touristisch, ja, aber nicht ohne Grund. Der Ort hat einfach Substanz.
Ein besonderes Highlight war die Fahrt hinauf zur Burg Landshut. Dafür nahmen wir den Burg Landshut-Express, der unten in Bernkastel an der Haltestelle „Am Gestade“ startet. Schon die Fahrt mit dem gelben Oldtimer-Bus war ein Erlebnis. Es geht durch die steilen Weinberge hinauf, vorbei an der St. Anna-Kapelle mit dem Kreuzweg, bis zur Burgruine oberhalb der Stadt. Bei der Wärme war das außerdem die deutlich angenehmere Variante, als selbst hochzulaufen.
Die Burg Landshut liegt oberhalb von Bernkastel-Kues und ist heute eine Ruine. Sie gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. Ihre Geschichte reicht weit zurück; an dieser Stelle gab es wohl schon in römischer Zeit eine Befestigung. Die mittelalterliche Burg wurde später von den Trierer Erzbischöfen genutzt und im Jahr 1692 durch einen Brand zerstört. Seitdem wurde sie nicht wieder als Burg aufgebaut. Heute ist sie vor allem ein Aussichtspunkt, und der lohnt sich wirklich. Von oben sieht man Bernkastel-Kues im Tal, die Brücke, die Mosel, die Weinberge und die Schleife des Flusses. Gerade wenn man vorher tagelang unten am Wasser entlanggefahren ist, ist dieser Blick interessant.
Die Ruine selbst muss man nicht stundenlang besichtigen. Für mich war vor allem der Blick entscheidend. Er zeigt sehr gut, warum Bernkastel-Kues so ein klassischer Moselort ist. Stadt unten am Fluss, Weinberge an den Hängen, Burg darüber. Zurück fährt der Burg Landshut-Express nicht einfach denselben Weg wieder hinunter, sondern über die alte Jugendherberge und durch die Bernkasteler Schweiz. Dabei geht es unter anderem am Tiefenbach und an der Maria-Hilf-Kapelle vorbei, bevor man durch den Burgbergtunnel wieder zurück nach Bernkastel kommt. Das macht aus der Fahrt nicht nur einen praktischen Shuttle, sondern eine kleine Rundtour.
Vor und nach dem Abendessen saßen wir im „Kölschen Eck“, eine weitere kleine Empfehlung, wenn man abends noch entspannt draußen sitzen und zwei, drei Kölsch zu sich nehmen möchte. Wir wurden dort sehr freundlich bedient und aufmerksam umsorgt, und man kann problemlos länger draußen sitzen. Einen kleinen ungeplanten Programmpunkt gab es allerdings auch: Eine Biene fand offenbar, mein Rücken sei der passende Landeplatz, verschwand unters T-Shirt und stach zu! Braucht man nicht zwingend – aber der Empfehlung fürs Kölsche Eck tut das natürlich keinen Abbruch. Gemütlicher Laden, nette Bedienung, gute Lage, schöner Abendstopp.
Etappe 6: Bernkastel-Kues – Briedel
Schöne Moselschleifen, viel Sonne und ein Tag, der Körner gekostet hat
Nach der besonders schönen Etappe von Trittenheim nach Bernkastel-Kues begann auch der nächste Morgen noch recht gemütlich. Nach dem Frühstück und dem Auschecken drehten wir mit der Bimmelbahn eine letzte Runde durch Bernkastel. Das war ein netter Abschluss unseres Aufenthalts, führte aber auch dazu, dass wir deutlich später loskamen als an den Tagen zuvor. Im weiteren Verlauf der Etappe machte sich das bemerkbar.
Wir starteten auf der rechten Moselseite. Der Radweg ließ sich zunächst gut fahren, verlief aber häufiger unmittelbar an oder zumindest nahe der Landstraße. Der Abschnitt war damit weniger ruhig als die Strecke am Vortag, auf der wir über weite Teile direkt am Wasser unterwegs gewesen waren. Bereits nach einigen Kilometern hielten wir an der Fischbude an der Mosel, einem kleinen Biergarten direkt am Weg.
Anschließend ging es weiter durch die Weinorte und Moselschleifen. Die Route führte über Erden und Lösnich in Richtung Traben-Trarbach. Auch hier gab es immer wieder schöne Ausblicke auf die Mosel, die Weinberge und die Orte am Fluss. Trotzdem empfand ich die Etappe als deutlich anstrengender als den Tag zuvor. Es war heiß, die Sonne stand bereits hoch und schattige Abschnitte waren an diesem Tag kaum vorhanden. Durch den späten Aufbruch fuhren wir einen größeren Teil der Strecke in der stärksten Hitze.
In Traben-Trarbach machten wir noch einmal Pause. Danach entschieden wir uns, auf die linke Moselseite zu wechseln. Im Nachhinein war das vermutlich nicht unsere beste Entscheidung. Auf dem Papier sah die Variante vielleicht sinnvoll aus, vielleicht mit weniger Höhenmetern oder einer vermeintlich ruhigeren Führung. Auf dem Rad war es dann eher durchwachsen.
Zunächst kam eine ziemlich merkwürdige Stelle mit einem kleinen Hafen und einer Stichstraße. Am Ende musste ich mein Rad sogar ein Stück Treppe hochtragen, um dann im Zickzack irgendwie wieder auf die Strecke zu kommen. Das sind Momente, bei denen man kurz denkt: Wer plant sowas eigentlich?
Danach folgte ein Abschnitt von etwa fünf bis sechs Kilometern Richtung Reil, der sich richtig schlecht fahren ließ. Langgezogen, unangenehm, kaputte Straße, wenig Freude am Radfahren. Vielleicht war er objektiv gar nicht so schlimm, aber an diesem Tag fühlte er sich schlimm an. Hitze, Sonne, später Start, volle Beine, schlechte Strecke – das ist dann einfach eine ungünstige Mischung.
Später wechselten wir noch einmal zurück auf die rechte Moselseite. Und sofort wurde es wieder besser. Von dort ging es weiter bis Briedel. Übernachtet haben wir im Hotel Briedeler Haus. Nach dieser Etappe war das Ankommen wichtiger als jeder große Programmpunkt. Räder abstellen, duschen, runterkommen, etwas essen, fertig.
In Briedel ist die Auswahl überschaubar, und der Korkenzieher war die praktische Lösung am Abend. Wir konnten draußen sitzen, der Service war freundlich und bemüht. Die Tomatensuppe ging eher in Richtung Tomatensoße, schmeckte aber, und der Salat mit Hähnchen war in Ordnung. Im Vergleich zu den stärkeren Abenden der Tour fällt der Korkenzieher etwas ab, aber schlecht war es nicht.
Etappe 7: Briedel – Cochem
Gute Beine, perfektes Radwetter und ein unerwarteter Feuerwehrsport-Stopp
Nach dem anstrengenden Tag von Bernkastel-Kues nach Briedel war ich gespannt, wie sich die nächste Etappe anfühlen würde. Manchmal nimmt man so einen Hänger ja mit in den nächsten Tag. Manchmal braucht der Körper erst wieder ein paar Kilometer, bis er versteht, dass es weitergeht. Diesmal war es anders. Ich hatte gut geschlafen, die Temperaturen waren deutlich angenehmer, es war bewölkt, ungefähr 24 Grad, keine brennende Sonne. Kurz gesagt: Perfektes Radwetter. Und genau so fühlte sich der Start auch an. Nach dem zähen Vortag war das für mich fast wie ein Neustart.
Es ging über Bullay bis nach Neef. In Neef wechselten wir die Moselseite, weil wir spontan eine Einkehr-Empfehlung bekommen hatten – liebe Grüße an Sabine! Also fuhren wir links weiter bis nach Eller. Die empfohlene Gastronomie hatte allerdings noch nicht geöffnet. Das hätte jetzt enttäuschend sein können. Wurde es aber nicht. Denn stattdessen gerieten wir in Eller mitten in eine internationale Feuerwehrsport-Veranstaltung.
An dem Wettkampf nahmen Mannschaften aus mehreren Ländern teil. Wir blieben eine ganze Weile und sahen bei verschiedenen Disziplinen zu, darunter Treppenläufe, das Ziehen schwerer Übungspuppen und weitere Wettkampfübungen. Die körperlichen Leistungen der Teilnehmenden waren durchaus beeindruckend.
Mit diesem ungeplanten Zwischenstopp hatten wir nicht gerechnet, aber solche Stopps bleiben von einer Radreise oft besonders gut in Erinnerung. Eigentlich hatten wir lediglich eine Pause machen wollen und fanden uns stattdessen mitten in einer größeren Sportveranstaltung wieder.
Danach fuhren wir weiter an der Mosel entlang. Der Weg verlief an diesem Tag wieder über lange Abschnitte nah am Wasser und ließ sich angenehm fahren. Bei Senheim mussten wir entscheiden, auf welcher Flussseite wir die Tour fortsetzen wollten. Nach den Erfahrungen des Vortages fiel die Wahl diesmal auf die rechte Seite. Das erwies sich als gute Entscheidung, denn der Weg blieb bis Beilstein problemlos befahrbar.
Beilstein ist klein, besitzt aber einen nahezu vollständig erhaltenen historischen Ortskern. Fachwerkhäuser, enge Gassen, kleine Plätze und die oberhalb gelegene Burgruine prägen das Bild. Der Ort ist deutlich auf Besucher eingestellt, wirkte auf uns aber dennoch sehr sehenswert. Schon ein kurzer Rundgang genügte, um Beilstein als einen der schönsten Orte dieser Etappe in Erinnerung zu behalten.
Anschließend folgte noch eine größere Moselschleife, bevor wir Cochem erreichten. Nach dem schwierigen Vortag war die Fahrt dorthin ausgesprochen angenehm gewesen. Das kühlere Wetter, die gut fahrbare Strecke, das unerwartete Feuerwehrsport-Turnier in Eller und der kurze Besuch in Beilstein machten diesen Tag zu einer abwechslungsreichen Etappe.
In Cochem lohnt sich ein genauer Blick auf die Bewertungen der Restaurants direkt an den Moselterrassen. Wir sind deshalb etwas abseits gelandet, beim Akropolis in der Fußgängerzone. Von außen sieht man im Grunde nur den Eingang, das Restaurant liegt im ersten Stock. Das Essen war klassisch griechisch: Gyros, Spieß, Fleisch, Beilagensalat, alles wie man es kennt, aber ordentlich und etwas moderner angerichtet. Der Service war freundlich, das Essen kam schnell, die Preise waren fair. Wer in Cochem etwas Ehrliches sucht, ist hier gut aufgehoben.
Etappe 8: Cochem – Koblenz
Die letzte lange Fahrt bis ans Deutsche Eck
Nach der Etappe von Briedel nach Cochem stand die letzte längere Radfahrt der Reise an. Bis Koblenz waren es noch einmal rund 52 Kilometer. Nach den bisherigen Tagen erschien das gut machbar, zumal das Ziel klar war: Das Deutsche Eck. Am Morgen starteten wir bei angenehmen Temperaturen und gutem Wetter. In Cochem wechselten wir direkt auf die linke Moselseite und blieben dort fast während der gesamten Etappe.
Der Radweg lässt sich auf diesem Abschnitt überwiegend sehr gut fahren. Er ist flach, gut ausgebaut und verläuft häufig in unmittelbarer Nähe zur Mosel. Über viele Kilometer liegen allerdings auch Hauptstraße, Bahnlinie oder Schnellstraße nicht weit entfernt. Landschaftlich gehörte dieser Teil deshalb nicht zu den ruhigsten oder schönsten Abschnitten der Tour. Für eine längere Etappe hatte die Streckenführung aber klare Vorteile: ein eigener Radweg, kaum Steigungen und ein zügiges Vorankommen.
Über weite Strecken konnten wir gleichmäßig fahren, ohne uns groß mit der Wegführung beschäftigen zu müssen. Nach den vielen Moselschleifen, Seitenwechseln und kleineren Unsicherheiten der vorherigen Tage war das durchaus angenehm. In Hatzenport machten wir beim Umi Kaffee eine Pause und ich gönnte mir dort einen guten Eiskaffee.
Hinter Hatzenport wurde die Strecke abwechslungsreicher. Der Radweg entfernte sich von der Hauptstraße und führte stärker durch kleinere Orte auf der linken Moselseite. Später verlief die Route auch ein Stück oberhalb des Flusses durch die Weinberge. Dort kamen einige kurze Anstiege und Abfahrten hinzu. Vermutlich hätte es auch eine flachere Variante näher an der Straße gegeben, die obere Strecke war landschaftlich jedoch deutlich reizvoller.
Nach mehreren Tagen im Sattel waren auch kleinere Steigungen spürbar. Sie blieben aber überschaubar, und auf die meisten Anstiege folgte bald wieder eine angenehme Abfahrt. Bei Güls wechselten wir über die Mosel in Richtung Koblenz. Auf den letzten Kilometern erschwerten Straßenbauarbeiten und mehrere Umleitungen die Orientierung. Einige Abschnitte waren gesperrt, an anderen Stellen mussten wir kurz suchen oder den Verlauf des Radwegs neu aufnehmen. Gerade kurz vor dem Ziel war das etwas lästig, letztlich aber kein größeres Problem.
Danach wurde die Einfahrt nach Koblenz wieder deutlich angenehmer. Die letzten Kilometer führten weitgehend entspannt bis zum Deutschen Eck. Dort mündet die Mosel in den Rhein, und dort endete nach rund 330 Kilometern unsere Radtour von Metz nach Koblenz.
Am Ziel überwog zunächst die Freude, die Strecke geschafft zu haben. Gleichzeitig war auch eine gewisse Erleichterung dabei, am nächsten Morgen nicht wieder die Taschen an den Fahrrädern befestigen zu müssen. Nach mehreren Tagen mit einem festen Tagesrhythmus war es für mich dennoch ein eigenartiger Moment, plötzlich nicht mehr weiterfahren zu müssen.
Die Wacht am Rhein war eines der besten Gesamtpakete der Tour. Wir saßen an beiden Abenden draußen in der ersten Reihe, die Lage war stark, und die Karte passte perfekt zum Abschluss: regionale Küche und Pizzeria in einem Haus. Die Gulaschsuppe war hervorragend, der große Salatteller sehr gut, und der Seilbahnteller mit Bratwurst, Hähnchensteak und Schweinefilet war ein richtig schönes Abschlussessen. Für mich neben der Brückenschänke in Trittenheim das stärkste Abendessen der Reise.
Finale in Koblenz
Seilbahn, Rhein, Festung und ein würdiger Abschluss
Nach der letzten Radetappe von Cochem nach Koblenz blieben wir noch eine zweite Nacht in der Stadt. Das war eine gute Entscheidung. Nach rund 330 Kilometern am Deutschen Eck anzukommen und bereits am nächsten Morgen wieder abzureisen, wäre ein ziemlich abrupter Abschluss gewesen. So hatten wir noch einen ganzen Tag für Koblenz und mussten uns um keine weitere Etappe mehr kümmern.
Nach dem Frühstück gingen wir zur Seilbahn und kauften ein Kombiticket für die Fahrt, eine Schiffsrundfahrt und den Eintritt zur Festung Ehrenbreitstein. Damit ließ sich die Stadt aus verschiedenen Perspektiven betrachten: vom Rhein, aus der Seilbahn und später von der Festung aus.
Wir begannen mit der zweistündigen Schiffsrundfahrt auf dem Rhein. Nach den vielen Tagen auf dem Fahrrad war es angenehm, einmal nicht selbst unterwegs sein zu müssen, sondern die Landschaft einfach vorbeiziehen zu lassen. Unterwegs kamen wir auch an der Lahnmündung vorbei. Auf der Lahn waren wir bereits bei einer früheren, kleineren Radtour unterwegs gewesen. Nun zu sehen, wo wir damals bei einer längeren Weiterfahrt herausgekommen wären, war ein interessanter Bezug zu dieser Reise. Anschließend fuhren wir mit der Seilbahn hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Schon die Fahrt über den Rhein lohnt sich.
Auf der Festung sahen wir uns das weitläufige Gelände und das Landesmuseum an. Die Anlage ist deutlich größer, als sie vom Tal aus zunächst wirkt, und besteht aus zahlreichen Ebenen, Höfen und Aussichtspunkten. Das Landesmuseum behandelt neben der Geschichte der Festung unter anderem Archäologie, Fotografie, Wein sowie die Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Landes.
Besonders eindrucksvoll war der Blick auf das Deutsche Eck. Von oben lassen sich die Mosel, der Rhein, die Stadt, die Schiffe und die Seilbahn gemeinsam überblicken. Nach unserer Ankunft am Vortag war das noch einmal eine gute Gelegenheit, das Ziel der Reise aus einer anderen Perspektive zu sehen. Später fuhren wir zurück in die Stadt und machten noch eine Runde mit der Koblenzer Bimmelbahn. Sie gehörte allerdings nicht zu den Höhepunkten des Tages. Man kann sie mitnehmen, eine besondere Empfehlung ist sie in meinen Augen aber nicht.
Am Abend gingen wir noch essen und später ins Schiffchen. Es war ein angenehmer letzter Abend ohne weiteren Zeitplan und ohne die nächste Etappe im Kopf. Wir konnten einfach sitzen, etwas trinken und die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren lassen. Am nächsten Morgen gab es ein letztes, sehr gutes Frühstück im Hotel Morjan.
Danach endete unsere Reise: Zwölf Tage an der Mosel, acht Radetappen und rund 330 Kilometer von Metz bis Koblenz.
An der Liebfrauenkirche 21, 56068 Koblenz
Das „Schiffchen“ ist für mich längst fester Bestandteil jedes Koblenz-Besuchs. Wenn ich in der Stadt bin, lande ich am Ende eigentlich immer dort – und genau deshalb war das auch diesmal ein perfekter Abschluss. Es ist eine geile Musikkneipe mit Kultfaktor: Urig, unkompliziert, ehrlich. Ideal, um nach einem langen Tag noch einzukehren.
Besonders großartig ist schon die ProBier-Karte, dazu gibt es Darts, eine starke Kneipenatmosphäre und genau dieses angenehme Gefühl, dass man hier auch einfach mal schön versacken kann. Und an dieser Stelle natürlich noch ein Extra-Gruß an Juls für die exzellente Bewirtung und die Erfüllung diverser Musikwünsche 😉
Pausenstopps direkt am Radweg
Gute Pausenpunkte sind auf einer Radreise Gold wert. Diese sechs Stopps lagen auf unserer Moseltour direkt am Radweg oder so nah daran, dass man nicht lange suchen musste: Rad abstellen, etwas trinken oder essen, kurz sitzen, weiterfahren. Für mich waren das keine großen Restauranttipps, sondern praktische Haltepunkte unterwegs.
Auf der Etappe von Perl nach Trier funktionierten gleich zwei Stopps gut: die Ristorante Pizzeria L’italiano Palzem, alias „Opa Schuller“, für einen kurzen Cappuccino am Vormittag – und später das Queens in Wasserbillig für eine richtige Burgerpause auf der luxemburgischen Seite.
Zwischen Trier und Trittenheim war das Weingut Alten in Detzem ein schöner ruhiger Halt für eine Traubensaftschorle. Auf der Etappe von Trittenheim nach Bernkastel-Kues lag die Weinhütte Marx bei Wintrich so direkt am Radweg, dass man quasi hindurchfährt. Solche Stopps machen eine Moselradtour angenehm.
Auf dem Weg von Bernkastel-Kues nach Briedel kam die Fischbude an der Mosel in Zeltingen-Rachtig genau richtig: großer Biergarten, unkompliziert, kaum zu verfehlen. Und auf der letzten langen Etappe von Cochem nach Koblenz war das Umi Café-Bar-Restaurant in Hatzenport der passende Eiskaffee-Stopp – mit sehr freundlichem Service und, zum Glück, auch montags geöffnet.
Highlights der Tour
Hotels am Mosel-Radweg
Mein stärkstes Hotel-Gesamtpaket waren für mich das Hotel Morjan in Koblenz und das Moselstern Hotel Brixiade & Triton in Cochem. Wer besonders auf Preis-Leistung schaut, sollte sich vor allem das Hotel Dolce Vita in Bernkastel-Kues und das Hotel Briedeler Haus ansehen. Eine gute Alternative zu Perl wäre Perl-Nennig und statt Briedel sollte man Zell an der Mosel in Erwägung ziehen.
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Fazit
Der Moselradweg von Metz bis Koblenz war für mich eine richtig runde Radreise. Ich mag an solchen Touren, wenn sie sich unterwegs entwickeln und nicht jeder Tag gleich aussieht. Genau das war hier der Fall: Französischer Start, ruhige Flussabschnitte, Obermosel, Trier, Weinorte, Burgen, Moselschleifen und am Ende Koblenz mit dem Deutschen Eck.
Besonders gefallen hat mir, wie sehr sich die Mosel auf dieser Strecke verändert. Der Anfang in Metz und Thionville ist noch deutlich französisch, städtisch und teilweise industriell geprägt. Danach wird es grüner, ruhiger und naturnäher. Bei Perl kommt das Dreiländereck dazu, Trier bringt die große römische Geschichte, und ab Trittenheim ist man dann endgültig in dieser klassischen Wein-Mosel mit Schleifen, Reben, kleinen Orten, Burgen und Radwegen direkt am Wasser. Die Entscheidung, in Trier und Koblenz jeweils zwei Nächte zu bleiben, würde ich jederzeit wieder so treffen. Koblenz war als Abschluss genau passend.
Meine schönsten Abschnitte waren Trittenheim bis Bernkastel-Kues und Briedel bis Cochem. Trier war der stärkste Kulturstopp, Beilstein eines der schönsten kleinen Moselbilder, der ungeplante Feuerwehrsport in Eller ein echtes Zufallshighlight und Koblenz mit Deutschem Eck und Festung Ehrenbreitstein der passende Schlussakkord.
Am Ende standen 330 Kilometer zwischen Metz und Koblenz. Aber wie immer sagen die Kilometer nur einen Teil der Wahrheit. In Erinnerung bleiben die Morgen, an denen man wieder losrollt. Die Pausen im Schatten. Der Eiskaffee in Hatzenport. Die Reben rund um Trittenheim. Der Blick von Burg Landshut. Die Ankunft am Deutschen Eck.
Empfehlen würde ich die Tour ausdrücklich auch Einsteigerinnen und Einsteigern, die eine längere Radreise ausprobieren möchten. Ich würde auch wieder in Metz starten und die französischen Etappen bewusst mitnehmen, weil gerade dort der Wandel der Mosel beginnt. Für mich war diese Tour eine sehr schöne, abwechslungsreiche und absolut empfehlenswerte Radreise.
Die Mosel kann was. Sehr sogar.
Karte
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Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026






























































































































































































































































































