Veröffentlicht am 25. Juni 2026
Zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2026
Für wen & wofür geeignet: Für alle, die sich vor der Bürgermeisterwahl in Bensheim intensiver mit den Themen der Stadt und den Positionen der Kandidierenden auseinandersetzen möchten. Der Artikel ist zugleich persönliche Einordnung, Hintergrundbericht zur Entwicklung des Tools und Einladung, den Bensheim-Kompass als Orientierungshilfe zur politischen Meinungsbildung zu nutzen.
© Michael K. Kärchner
Am 16. August 2026 wählt Bensheim einen neuen Bürgermeister. Eine Bürgermeisterwahl ist immer etwas Besonderes, weil sie näher am Alltag der Menschen liegt als viele andere Wahlen. Es geht nicht nur um Programme, Plakate oder politische Lager, sondern um konkrete Fragen vor Ort: Wie entwickelt sich die Innenstadt? Welche Rolle spielen die Stadtteile? Wie geht Bensheim mit knappen Haushaltsmitteln um? Wo braucht es Investitionen, wo klare Prioritäten? Wie wichtig sind Jugend, Ehrenamt, Vereine, Mobilität, Natur- und Klimaschutz, Bürgerbeteiligung oder eine moderne Verwaltung?
Aus diesen Fragen ist in den vergangenen Wochen der Bensheim-Kompass 2026 entstanden. Ein digitales Werkzeug, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen Positionen mit den Antworten der Kandidierenden abgleichen können. Kein Ersatz für Gespräche, Veranstaltungen oder die eigene politische Abwägung. Der Bensheim-Kompass soll vielmehr einen Beitrag zur politischen Meinungsbildung leisten. Er soll helfen, Themen sichtbar zu machen, Positionen nachvollziehbarer zu vergleichen und vielleicht auch die eine oder andere Frage zu schärfen, die man den Kandidierenden noch stellen möchte.
40 Thesen zu kommunalpolitischen Themen
Der Ansatz ist bewusst einfach gehalten: Nutzerinnen und Nutzer beantworten 40 Thesen zu kommunalpolitischen Themen in Bensheim. Zu jeder These kann man zustimmen, teilweise beziehungsweise neutral antworten, nicht zustimmen oder die These überspringen. Am Ende zeigt das Tool, mit welchen Kandidierenden die größte rechnerische Übereinstimmung besteht. Grundlage dafür sind ausschließlich die Antworten, die die Kandidierenden selbst eingereicht und freigegeben haben. Positionen wurden nicht aus Presseartikeln, Wahlprogrammen, öffentlichen Auftritten oder Social-Media-Beiträgen rekonstruiert. Das war mir wichtig, weil ein solches Werkzeug nur dann fair sein kann, wenn es nicht über Kandidierende spekuliert, sondern mit ihren eigenen Angaben arbeitet.
Der Bensheim-Kompass ist online
40 Thesen, die Antworten der Kandidierenden und ein transparenter Vergleich: Der Bensheim-Kompass hilft dabei, eigene Positionen mit den eingereichten Antworten zur Bürgermeisterwahl abzugleichen.
Mehr als nur ein Prozentwert
Natürlich fällt am Ende zunächst der Prozentwert ins Auge. Das ist bei einem solchen Tool kaum anders möglich. Aber ein Prozentwert allein erzählt nur einen Teil der Geschichte. Deshalb war mir der Detailvergleich mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Ergebnis. Wer möchte, kann nach der Auswertung genau nachsehen, bei welchen Thesen es Übereinstimmungen gibt, wo nur teilweise Schnittmengen bestehen und wo die eigenen Antworten von denen einer Kandidatur abweichen. Besonders aussagekräftig sind dabei die Begründungen, die die Kandidierenden zu ihren Antworten geben konnten. Denn gerade in der Kommunalpolitik ist ein schlichtes Ja oder Nein oft nicht die ganze Wahrheit. Zwei Menschen können derselben These zustimmen und trotzdem völlig unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Umgekehrt kann eine abwägende Antwort manchmal mehr über Haltung und Arbeitsweise verraten als eine schnelle Zustimmung.
Antworten, Hintergründe und Dank
Zusätzlich enthält der Bensheim-Kompass zehn persönliche Hintergrundfragen. Dort konnten die Kandidierenden ausführlicher darstellen, was sie motiviert, wie sie das Amt verstehen, welche Schwerpunkte sie setzen möchten und wie sie auf Bensheim blicken. Diese Antworten gehen über den reinen Thesenabgleich hinaus. Sie machen sichtbar, wie jemand argumentiert, welche Erfahrungen eingebracht werden, welches Amtsverständnis dahintersteht und wo persönliche Prioritäten liegen. Für mich liegt genau darin ein wichtiger Mehrwert: Der Bensheim-Kompass soll nicht nur eine Zahl auswerfen, sondern einen Anlass geben, genauer hinzuschauen.
Dass dieses Angebot überhaupt möglich geworden ist, liegt auch an der Bereitschaft der Kandidierenden, sich darauf einzulassen. Fünf von sechs Kandidierenden haben ihre Antworten eingereicht. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Alle Kandidierenden haben denselben Fragenkatalog erhalten, dieselben Antwortmöglichkeiten bekommen und konnten ihre Positionen zusätzlich erläutern. Die eingereichten Antworten wurden anschließend übernommen und mehrfach geprüft. Kandidaturen ohne Teilnahme oder ohne eingereichte Antworten werden entsprechend kenntlich gemacht. Das ist nicht als Wertung zu verstehen, sondern als Transparenz gegenüber den Nutzerinnen und Nutzern.
Technik, Datenschutz und Transparenz
Die Berechnung der eigenen Antworten erfolgt lokal im Browser. Persönliche Antworten der Nutzerinnen und Nutzer werden nicht gespeichert, eine Registrierung ist nicht erforderlich. Im Backend werden lediglich abgeschlossene Durchläufe anonym gezählt. Es werden keine IP-Adressen, keine Namen, keine Nutzerantworten und keine Zielprofile gespeichert.
Ein Punkt war mir bei der Entwicklung besonders wichtig: Transparenz. Das Tool erklärt, wie die Auswertung funktioniert, was gewertet wird und was nicht. Übersprungene Thesen fließen nicht in die Berechnung ein. Auch Kandidierendenantworten mit „keine Angabe“ werden nicht gewertet. Exakte Übereinstimmungen zählen stärker als teilweise Übereinstimmungen, direkte Gegensätze werden als Konflikte sichtbar. Damit entsteht keine politische Bewertung, sondern eine rechnerische Schnittmenge auf Grundlage der beantworteten Thesen. Wer das Ergebnis nutzt, sollte es deshalb nicht als endgültige Aussage verstehen, sondern als Einstieg in die weitere Beschäftigung mit den Positionen.
Private Initiative und eigener Anspruch
Der Bensheim-Kompass ist eine private Initiative. Er wird nicht im Auftrag, im Namen oder mit Unterstützung eines Vereins, Verbandes, einer Partei, Wählergruppe, Kandidatur, Stadtverwaltung oder sonstigen Interessengruppe betrieben. Diese Klarstellung ist mir wichtig, weil ich in Bensheim und an der Bergstraße in verschiedenen ehrenamtlichen Zusammenhängen aktiv bin. Der Bensheim-Kompass steht ausdrücklich außerhalb dieser Funktionen. Inhaltliche Verantwortung, Auswahl der Thesen, redaktionelle Darstellung und technische Umsetzung liegen allein bei mir.
Mir ist bewusst, dass ein solches Werkzeug nie alle Fragen abbilden kann. 40 Thesen können keine gesamte Stadtpolitik erklären. Sie können keine persönlichen Begegnungen ersetzen und auch nicht die Verantwortung abnehmen, sich selbst ein Urteil zu bilden. Aber sie können einen Zugang schaffen. Sie können dazu führen, dass man sich mit Themen beschäftigt, die im Alltag vielleicht nicht immer im Mittelpunkt stehen. Sie können Unterschiede sichtbar machen, die sonst zwischen Schlagworten und Plakaten verschwinden. Und sie können dazu beitragen, dass über Inhalte gesprochen wird.
Genau das ist mein Wunsch für dieses Projekt. Der Bensheim-Kompass soll die Bürgermeisterwahl nicht vereinfachen, indem er sie auf eine Zahl reduziert. Er soll sie zugänglicher machen, indem er Fragen stellt, Antworten vergleichbar macht und zur weiteren Auseinandersetzung anregt. Am Ende bleibt die Wahlentscheidung selbstverständlich bei jeder Bürgerin und jedem Bürger selbst. Wenn dieses Tool aber dazu beiträgt, dass sich Menschen ein Stück intensiver mit Bensheim, den Themen der Stadt und den Kandidierenden beschäftigen, dann hat sich die Arbeit daran gelohnt.
Technischer Ablauf · Projektumfang · Aufwandsermittlung
| Projekt | Bensheim-Kompass 2026 / Kleinstadtheld.de |
|---|---|
| Projektverantwortung | Michael K. Kärchner |
| Ausgewertete Plugin-Stände | v0.1.0, v1.0.1, v1.2.0, v1.2.10, v1.2.26, v1.2.60 |
| Dokumentierter Entwicklungszeitraum | 30.05.2026 bis 25.06.2026 (27 Kalendertage) |
| Dokumentierte Changelog-Stände im Endstand | 86 eindeutige Versionseinträge von v0.1.0 bis v1.2.60 |
| Plausibilisierter Gesamtaufwand | 118 Stunden |
| Dokumentstand | 26.06.2026 |
Dieses Dokument fasst den technischen Aufbau, den Arbeitsablauf und den plausibilisierten Arbeitsumfang des Projekts Bensheim-Kompass 2026 zusammen. Es dient als technischer Bericht und Arbeitsnachweis. Berücksichtigt sind die frühen Plugin-Stände v0.1.0, v1.0.1, v1.2.0, v1.2.10, v1.2.26 und v1.2.60.
Die Aufwandsermittlung ist keine sekundengenaue Zeiterfassung, sondern eine aus den bereitgestellten Plugin-ZIPs, Projektdateien, Changelog-Einträgen, erzeugten Dokumenten und dokumentierten Arbeitsschritten abgeleitete, plausibilisierte Gesamtstundenzahl.
Der Bensheim-Kompass ist als eigenes WordPress-Plugin umgesetzt. Die öffentliche Ausgabe erfolgt über einen Shortcode. Das Plugin enthält den festen Fragenkatalog, Kandidierendendaten, öffentliche Frontend-Ausgabe, Ergebnisberechnung, Kandidierenden-Popups, Methodik- und Impressumsbereiche, Teilen-Funktionen, Druckausgabe sowie Backend-Verwaltung mit Dokumentation und Changelog.
Die Nutzerinnen und Nutzer beantworten die Thesen mit festen Antwortoptionen. Die Ergebnisberechnung erfolgt lokal im Browser; persönliche Nutzerantworten werden nicht gespeichert. Die Kandidierendendaten werden strukturiert über feste Thesen-IDs verarbeitet. Dadurch wird die Antwort zu These 1 technisch der These 1 zugeordnet, These 2 der These 2 usw. Die Auswertung ist damit keine freie Textinterpretation, sondern eine regelbasierte Berechnung auf Grundlage strukturierter Daten.
Für die Rückmeldungen wurde ein beschreibbares PDF-Antwortformular erstellt. Die Kandidierenden konnten feste Auswahlfelder sowie Textfelder für Begründungen und Hintergrundantworten ausfüllen, speichern und zurücksenden. In v1.2.0 ist der finale Fragenkatalog mit 40 Thesen und 10 Hintergrundfragen dokumentiert; das ausfüllbare Antwortformular wurde dort mit 92 Formularfeldern geprüft.
Der zentrale technische Vorteil dieses Vorgehens: Die Eingaben lagen im PDF als Formulardaten vor, nicht nur als gescannter Text oder Bild. Die Felder konnten technisch ausgelesen und in eine strukturierte Importdatei überführt werden. Die Inhalte wurden nicht durch KI inhaltlich rekonstruiert oder neu formuliert. Auswahlantworten wurden als feste Werte übernommen, Textantworten als Feldinhalte übertragen, fehlende Angaben nicht ergänzt.
Der Import in das Plugin erfolgte über feste Datenstrukturen und Thesen-IDs. Danach wurden die importierten Antworten gegen die eingereichten Originalunterlagen geprüft. Dadurch konnte das Risiko von Interpretation, Halluzination oder versehentlicher Umdeutung deutlich reduziert werden.
PDF-Formular -> technische Feldauslesung -> strukturierte JSON-Importdatei -> Plugin-Import über feste Thesen-IDs -> Sichtprüfung gegen Originalunterlagen.
Wichtig für die Datenqualität: Die Antworten wurden nicht aus einem Scan oder Foto per OCR erkannt und auch nicht redaktionell nachformuliert. In den beschreibbaren PDFs lagen die Eingaben als technisch auslesbare Formularfelder vor, etwa als Auswahlwert zur jeweiligen These, als Begründungstext oder als Antwort auf eine Hintergrundfrage.
Übernahme ohne inhaltliche KI-Deutung: Auswahlantworten wurden als feste Werte übernommen; Begründungen und Hintergrundantworten stammten aus den jeweiligen Textfeldern. Fehlende oder leere Felder wurden nicht ergänzt, unklare Angaben nicht interpretiert und Positionen nicht aus Presseartikeln, Wahlprogrammen oder öffentlichen Auftritten rekonstruiert.
Feste technische Zuordnung: Die Importdatei war die Brücke zwischen PDF-Formular und WordPress-Plugin. Da das Plugin bereits den festen Fragenkatalog mit 40 Thesen enthielt, wurden die Kandidierendenantworten nicht nach Textähnlichkeit zugeordnet, sondern über feste Thesen-IDs. Dadurch wurde These 1 technisch These 1 zugeordnet, These 2 der These 2 usw.
| Phase | Inhalt / Ergebnis |
|---|---|
| Konzeption und Neutralität | Projektziel als Orientierungshilfe ohne Wahlempfehlung; Neutralitätsregeln; gleiche Fragen und Antwortoptionen für alle Kandidierenden; keine Rekonstruktion aus Presse, Programmen oder Social Media. |
| Fragenkatalog und Methodik | Entwicklung und Schärfung des Fragenkatalogs bis zum finalen Stand mit 40 Thesen und 10 Hintergrundfragen; Definition von Antwortlogik, Teiltreffern, Konflikten und Nichtwertung leerer Angaben. |
| PDF- und Kandidierendenprozess | Erstellung ausfüllbarer PDF-Formulare, Anschreiben, Sammel-PDFs und Rückmeldeprozess; technische Grundlage für strukturierte Übernahme der Kandidierendenantworten. |
| Plugin-Entwicklung | Aufbau von WordPress-Plugin, Shortcode, Frontend, Backend, Kandidierendenverwaltung, Import-/Export-Strukturen, Dokumentation und Changelog. |
| Auswertung und Darstellung | Fragebogenablauf, Ergebnisberechnung, Kandidierenden-Popups, Detailvergleich, Begründungen, Hintergrundantworten, Druckausgabe und Teilen-Funktion. |
| Qualitätssicherung und Veröffentlichung | Abgleich der Antwortdaten mit Originalunterlagen, Browser- und Mobiltests, Methodik-/Impressumstexte, private Trägerschaft, Blog-/Presse-/Kandidierendenkommunikation und Veröffentlichungscheck. |
Die ZIPs zeigen den Projektaufbau: v0.1.0 war ein echtes Grundgerüst mit 8 Dateien und öffentlichem Platzhalter-Shortcode. Bis v1.0.1 waren Frontend-Bedienung, Kandidierenden-Popups und zahlreiche PDF-/Dokumentartefakte hinzugekommen. v1.2.0 markiert die Umstellung auf den finalen 40er-Fragenkatalog mit geprüftem Antwortformular. Der Endstand v1.2.60 enthält 136 Dateien und rund 4.963 PHP/JS/CSS-Zeilen.
Erstes Plugin-Grundgerüst mit Admin-Menü, Fragenkatalog v0.4 mit 35 Thesen und öffentlichem Shortcode-Platzhalter.
Interaktives Frontend, Überspringen-/Abschlusslogik, Kandidierenden-Popup und Detailhinweise.
Finaler 40er-Katalog v0.7.0, Thesen-PDF und ausfüllbares Antwortformular mit 92 Feldern.
Anschreiben- und Formularprozess weiter bereinigt, Sammel-PDF angepasst.
Ergebnisboxen, Detailvergleich und Ampellogik der Ergebnisdarstellung grundlegend überarbeitet.
Veröffentlichungsreifer Stand mit finalen Popup-, Impressum-/Datenschutz-, Druck- und Darstellungskorrekturen.
Hinweis: Die Codezeilen sind als technische Umfangskennzahl zu verstehen und zählen PHP-, JavaScript- und CSS-Dateien inklusive Leer- und Kommentarzeilen. JSON-Dateien, PDF-Dokumente und Bilder sind darin nicht enthalten, obwohl sie einen erheblichen Teil des Projektumfangs ausmachen.
Auf Basis der belegten Entwicklungsstände, der finalen Dateiumfänge, der dokumentierten 86 Changelog-Stände sowie der redaktionellen, organisatorischen und prüfenden Arbeiten wird der Gesamtaufwand für das Projekt auf 118 Stunden plausibilisiert.
Zum Stand v1.2.60 ist der Bensheim-Kompass als veröffentlichungsfähiges WordPress-Plugin dokumentiert. Enthalten sind der öffentliche Fragebogen, Ergebnisberechnung, Kandidierendenvergleich, Detailansichten mit Begründungen, Hintergrundantworten, Methodik- und Impressumshinweise, Druckausgabe, Teilen-Funktionen, Backend-Dokumentation und Changelog.
Die Grundlage der Auswertung bilden ausschließlich die von den Kandidierenden eingereichten und freigegebenen Antworten. Die technische Verarbeitung nutzte feste Formularfelder, strukturierte Importdaten und feste Thesen-IDs. Dadurch wurden Kandidierendenantworten wortgetreu übernommen und nicht inhaltlich durch KI interpretiert, ergänzt oder rekonstruiert.
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Zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2026



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