Dresden

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Titelbild: Dresden Residenzschloss & Hofkirche © Michael K. Kärchner
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Ende März, Anfang April diesen Jahres war es mal wieder Zeit für ein paar freie Tage und ein bisschen Sightseeing. Die Wahl fiel auf Dresden. Die Landeshauptstadt Sachsens an der Elbe lockt mit zahlreichen historischen und kulturellen Highlights, so dass sich in ein paar Tagen eine Menge an Programm in Dresden zusammenstellen lässt, welches keine Langeweile aufkommen lässt. Das Programm kann man sich nach Herzenslust zusammen stellen.

Tag 1 – Ankunft & Erkundung

Ankunft am Hotel

Am ersten Tag per Bahn und Sparticket angekommen, wurde direkt das Zimmer im Hotel bezogen. Die Wahl fiel im Vorfeld auf das A&O Dresden Hauptbahnhof. Man muss sich hier im klaren sein, dass man mehr Jugendherberge, als Hotel zu erwarten hat. Wer also auf der Suche nach Ruhr und Erholung ist, sollte eventuell ein anderes Domizil bevorzugen. Wer jedoch etwas sucht, dass zentral und günstig ist (inkl. Frühstück), der ist hier sehr gut beraten. Und wenn man die Tage von früh bis abends unterwegs ist und quasi das Hotel nur zum Übernachten braucht, ist es eine gute Wahl. Ein schönes, kleines Highlight ist hier die Skybar, in der man am Abend noch ein kleines Getränk über den Dächern von Dresden zu sich nehmen kann.

Rundgang um die Frauenkirche

Danach ging es Richtung Stadt und den ersten Sehenswürdigkeiten. In ca. 2,2 km erreicht man in ca. einer halben Stunde gemütlich zu Fuß die Frauenkirche, die wir uns erst einmal von allen Seiten außen betrachtet haben. Interessant ist auf jeden Fall, dass der “Neumarkt”, auf dem die Frauenkirche steht auch genau das ist: Neu! Wenn man sich das Alter der Umliegenden Gebäude – und auch der Frauenkirche – vergegenwärtigt, ist man in den meisten Fällen mehr als überrascht!

Elbufer

Anschließend ging es weiter Richtung Terrassenufer, direkt an der Elbe. Hier kann man wunderbar beim “Radeberger Spezialausschank” (Tipp!) einen Zwischenstopp einlegen. Von der oberen Terrasse hat man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Gebäude und auch auf das Elbufer auf der anderen Seite. Hier machten wir in den folgenden Tagen gerne noch das ein oder andere Mal Pause, um die Sonnenstrahlen zu genießen und den Flüssigkeitshaushalt wieder herzustellen.

Münzgasse

Nach weiteren kleinen Rundgängen durch die verschiedenen Gassen der Innenstadt endete der erste Abend in der “Münzgasse”. Eine kleine Straße in der Fußgängerzone, in der sich ein Lokal an das andere reiht und in der man von urigem Brauereiausschank über Steakhäuser bis hin zu exotischen Angeboten eine große Vielfalt an Möglichkeiten genießt, sich das passende Abendessen zu suchen. Die Wahl am ersten Abend fiel auf das “Bierhaus Dampfschiff”. Bis auf weniger kleinere Probleme in der Kommunikation mit dem Servicemitarbeiter zu beginn, war es ein leckerer Abend. Brauhausgulasch und zartes Kassler schmeckten gut und wurden genossen. Nach dem Rückweg und einem Schlummertrunk in der Skybar des Hotels war der erste Tag damit auch schon zu Ende.

Tag 2 – Vom Museum ins Szeneviertel

Militärhistorisches Museum

An Tag zwei stand am Vormittag das Militärhistorische Museum auf dem Plan. Das Museum ist leicht mit den Tramlinien 7 und 8 oder per Bus 64 (Haltestelle: Stauffenbergallee) zu erreichen. Der Eintritt für die Dauerausstellung beträgt kleine fünf Euro und sind gut investiert. Über 10.000 Ausstellungsstücke erzählen Geschichten ab dem Jahr 1300 bis in die heutige Gegenwart. Auf mehreren Etagen sind, thematisch und chronologisch verschiedene Bereiche angeordnet, welche es nach und nach zu entdecken gibt.

Rundgang auf dem Zwinger

Nachmittags ging es zurück in die Altstadt, genauer gesagt in bzw. auf den Zwinger. Das imposante Bauwerk lässt sich per Rundgang auf den Mauern rund um den Zwinger gut begehen. Hier bekommt man eine beeindruckende Übersicht über die Größe des Bauwerks. Innerhalb befinden sich mehrere Museen, unter anderem ein Porzellanmuseum, welches mit über 20.000 Stücken die drittgrößte Sammlung der Welt darstellt.

Semperoper

Später ging es noch vorbei an der Semperoper, mitunter das berühmteste Gebäude der Elbenstadt. Eine Führung war zu dem Zeitpunkt leider nicht möglich, da eine Aufführung lief, jedoch sind hier im Netz unzählige Seiten zu finden für all die, die sich über den Bau, die Architektur oder die Geschichte hinter der Semperoper intensiver informieren wollen.

Szeneviertel Dresden Neustadt

Der Tag endete im “Szeneviertel Dresden Neustadt”. Enge Gassen, verwinkelte Hinterhöfe und eine schier unendliche Anzahl an kleinen Geschäften, Bars, Musikkneipen, Kunstgallerien oder Restaurants zeichnet dieses Viertel aus. Besonders in der “Äußeren Neustadt” zwischen Louisen- und Alaunstraße findet man nicht nur das Flair aus der Gründerzeit, sondern auch eine große Anzahl an Möglichkeiten, den Abend bunt zu gestalten.

Tag 3 – Rundfahrt und Führungen

Stadtrundfahrt

Nach dem Frühstück ging es Richtung Zwinger, denn dort starten die bekannten Stadtrundfahrten, die Dresden in charmanten Doppeldeckerbussen anbietet. An 22 Haltestellen kann man einsteigen, die Tour an den Highlights seiner Wahl unterbrechen und mit einem der nächsten Busse weiterfahren. Es werden alle wichtigen Sehenswürdigkeiten angefahren, die schönsten Stadtviertel vorgestellt und per Hop-On/Hop-Off-Prinzip kann man so das Tempo der Sightseeingtour selbst bestimmen. Das Ticket hat außerdem eine Gültigkeit von zwei Tagen, somit muss man nicht hetzen und kann sich bei der Erkundung Zeit lassen.

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Wir haben direkt die komplette Tour abgefahren, um uns einen Überblick zu verschaffen, das Ganze dauert ca. 1 1/2 bis 2 Stunden, je nach Verkehrslage. Angefahren werden bei der Bustour Dresden zum Beispiel: Der Theaterplatz an der Augustusbrücke, der Zwinger, die Yenidze, das Albertinum, die Frauenkirche, das Hygienemuseum, die Gläserne VW Manufaktur, das Blaue Wunder, das Waldschlösschen oder die Pfunds Molkerei.

Führung Fürstenzug, Schloss und Frauenkirche

Im Ticket inkludiert sind nebst den Fahrten, welche außerdem per Band oder Fahrer unterhaltend und erklärend untermalt werden, auch diverse Führungen, an denen man teilnehmen kann. So ging es am ersten der beiden Tour-Tage zu einer Führung rund um das Schloss, vorbei am berühmten Fürstenzug bis zur Frauenkirche. Unser Guide stellte sich direkt mit einer Entschuldigung vor, er sei Holländer!

Was folgte war eine der unterhaltsamsten Führungen, die ich je mitgemacht habe. Auf unglaublich interessante Weise und ohne dabei auf ernste geschichtliche Themen zu verzichten (Bombenagriffe ´45) hatten wir eine sehr unterhaltsame und sympathische Dreiviertelstunde quer durch die innere Altstadt Dresdens, die ja in weiten Teilen gar nicht mal so “alt” ist.

Gänsedieb!

Abends ging es in ein Restaurant, welches uns wärmstens empfohlen wurde (Danke, Celin!). Im Gänsedieb, direkt an der Kreuzkirche endete dieser Abend mit Sauerbraten, Gänsekeule und der berühmten Dresdner Eierschecke, die es dort beinahe überall gibt und die man auf jeden Fall einmal vor Ort in hausgemachter Form probiert haben sollte.

Tag 4 – Aussichten

Elbschlösser

Am vorletzten Tag nutzten wir das Ticket der Stadtrundfahrt, um die knapp halbe Tour, hoch zu den drei Elbschlössern zu fahren, an denen wir bereits am Vortag vorbei gefahren sind. Während der ersten Tour gab es den Hinweis, dort könne man eines der Schlösser kostenfrei besichtigen und auch zu moderaten Preisen etwas zu Essen und zu Trinken bekommen. Dort, beim Lingerschloss angekommen, fanden wir nicht nur eine absolut fantastische Aussicht bis über Dresden hinweg und auf das Erzgebirge, sondern auch einen gemütlichen Biergarten, in dem wir uns eine Weile niederließen.

Zwingerführung

Danach nahmen wir an einer weiteren Führung teil, diesmal durch den Zwinger von Dresden. Dieses beeindruckende Bauwerk, welches von August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen in Auftrag gegeben wurde, weil er eine “Kopie” von Versailles haben wollte, diente unter anderem als Orangerie und beherbergt heute drei Museen, welche zu erschwinglichen Preisen besichtigt werden können. Durch einen abermals sehr kompetenten Reiseführer erfuhren wir viel interessantes, teilweise auch aus jüngerer Vergangenheit, wie die Zeit der großen Flutkatastrophe im Jahre 2002.

Hofkirche

Dem folgte eine kurze Innenbesichtigung der Dresdner Hofkirche, über die wir am Vortag schon eine Menge erfahren konnten. Besonders interessant hier die Frage, wie man eine katholische Kirche in protestantisch-lutherischem Gebiet im Jahre 1739 bauen lässt, ohne dass dies Bauvorhaben einen Krieg auslöst. Zusammengefasst: Man stellt die Kirche auf Sockel, so dass die den heiligen protestantisch lutherischen Boden nicht berührt, verschweigt die ersten Jahre, was man da eigentlich hinstellt und bringt seine eigenen 300 Bauarbeiter aus Italien mit.

Kutscherschänke

Zum Abendessen ging es zum Abschluss des kleinen Städtetrips einmal mehr in die Münzgasse, genauer gesagt in die Kutscherschänke. Hier wurden wir äußerst freundlich empfangen und bedient, so dass man diese Lokalität uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Auch die Auswahl und der Geschmack an Speisen lässt hier keine Wünsche offen.

Tag 5 – Fazit & Ausblick

Abfahrt

Am fünften Tag ging es dann wieder mit vielen Eindrücken im Gepäck zurück nach Hause. Insgesamt war dies ein wirklich sehr schöner und interessanter Kurzurlaub. Das Dresden eine schöne Stadt sein soll und das man auch vorher bereits viel schönes gehört hat, war mehr oder weniger klar. Allerdings wurde ich deutlich positiv überrascht. Als Großstadt mit über einer halben Millionen Einwohner ist Dresden nur zu einem knappen Drittel Fläche bebaut. Daneben gibt es große, wunderbar angelegte Parks, Freiflächen, Wälder und viel Natur.

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Sicherlich war dies zwar meine erste aber nicht meine letzte Tour nach Dresden, zumal es noch viel zu entdecken gibt. Meissen oder die sächsische Schweiz sind nicht weit weg und empfehlen sich für Tagestouren, eine der vielen angebotenen Elbfahrten sind sicher genau so interessant. So kann ich rückblickend sagen, dass meine Erwartungen noch übertroffen wurden und jedem ans Herz legen, sich diese schöne Stadt mal bei einer Gelegenheit anzusehen und zu entdecken.

Weiterführende Informationen & Tipps

Organisation
Sightseeing
Essen & Trinken
A&O Hauptbahnhof Dresden Frauenkirche Zwinger Radeberger Spezialausschank
Stadtrundfahrt Militärhistorisches Museum Szeneviertel Neustadt Gänsedieb
Semperoper Elbschlösser Kutscherschänke

 

 

Weitere Eindrücke

 

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1 Gedanke zu “Reisebericht: Städtetrip nach Dresden

  1. Dankeschön – ich mag Dresden sehr gerne und bekomme jetzt doch glatt sofort Lust, auch endlich mal wieder einen Besuch in dieser schönen Stadt einzuplanen.
    Herzliche Grüße aus dem maison malou
    Biggi

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