Nachwuchsarbeit ist wichtig
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Warum soll Nachwuchsarbeit wichtig sein?

Alle Vereine beschäftigen sich mehr oder weniger mit dem Thema Nachwuchsarbeit. Die Ansätze und Ideen gehen hierbei weit auseinander. Es gibt die, die wenig Möglichkeiten sehen und den äußeren Umständen oft die Schuld zu schieben, keine Jugendarbeit aktiv betreiben zu können.

Es gibt aber auch sehr viele engagierte und einfallsreiche Akteure in Vereinen, die sehr erfolgreich Nachwuchsarbeit betreiben. Oft sind diese aber in der Minderheit und müssen ihre Ideen, vor allem wenn es neue Ideen sind, erst einmal vor den Alteingesessenen vorstellen und rechtfertigen, um die dafür notwendigen Freiheiten zu bekommen.

Als grundsätzliche Frage möchte ich in diesem Artikel behandeln, warum eigentlich Nachwuchsarbeit notwendig ist.

1. Ohne sportlichen Nachwuchs geht es nicht

Das erste ist sicher das augenscheinlichste Merkmal. Mannschaften brauchen junge Spieler, um den sportlichen Betrieb aufrecht erhalten zu können. Natürlich gibt es auch Teams, die in ihrem Altersdurchschnitt deutlich den, der eigenen Liga anheben, jedoch besteht hier die Gefahr, dass irgendwann alle auf einmal gehen und der Verein diesen Platz nicht ad hoc füllen kann. So ist der beste Weg, Mannschaften konstant immer wieder ein bisschen zu verjüngen und jungen Sportlerinnen und Sportlern die Chance zu geben, sich in einer höheren Liga zu beweisen.

Doch dafür braucht man erst einmal junge Leute im Verein – Und zwar möglichst viele. Selten bleiben heutzutage Mitglieder ein Leben lang erhalten. Durch Studium, Beruf, Familie werden die Mitgliedsjahre, denen Mitglieder einem Verein zugehörig sind im Schnitt immer geringer. Auch ist der Ehrgeiz bei vielen unterschiedlich ausgeprägt. Während die einen einfach gerne 1-2 Mal pro Woche ein bisschen Training machen wollen, legen andere ihren Maßstab sehr hoch an und daher sollte der Fokus beim Gewinn von Kindern und Jugendlichen auch erst einmal auf der breiten Masse liegen. Im Idealfall kann der Verein den Bedarf von freizeit- und leistungsorientierten Mitgliedern bedienen, indem entsprechende Strukturen geschaffen werden.

Denn umso mehr Kinder und Jugendliche sich interessieren, desto mehr werden dem Verein auch erhalten bleiben.

2. Neue Ideen und andere Sichtweisen

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Oft sehen die Vorstände und Gremien in den Vereinen ähnlich aus. Sie bestehen aus einigen wenigen und das dafür schon sehr lange. Natürlich schleichen sich hier Angewohnheiten ein und wie auch im Berufsleben geht der Blick von außen verloren. Die wenigsten Vorstände im ehrenamtlichen Bereich lassen sich extern beraten oder nehmen an entsprechenden Seminaren teil, um die eigene Arbeit von außen beobachten und bewerten zu lassen.

 

Junge Menschen bringen jedoch auch immer neue Sichtweisen und Ideen mit ein. In der Regel sind sie technikaffiner und auf dem neusten Stand in der digitalen Welt oder im Bereich Social Media & Network. Sie kommen neu, unverbraucht von außen dazu und kennen den eingeschlichenen Rhythmus nicht. Sie sind auch oft mutiger als diejenigen, die vielleicht schon relativ häufig mit ihren Ideen gescheitert und vielleicht abgestumpft sind.

Das bedeutet, dass Nachwuchsarbeit auch immer die große Chance auf neue Ideen in sich birgt, die den Verein voran bringen können.

3. Nachwuchs – Auch im Vorstand

Natürlich müssen auch Vorstände schauen, dass ihnen nicht die ehrenamtlich Engagierten ausgehen. Entgegen vieler Ansichten bin ich ganz klar der Meinung, dass Jugendliche sehr gerne in administrativen Bereichen arbeiten und auch gerne Verantwortung übernehmen. Leider werden in Vorständen oft junge Menschen an einer sehr kurzen Leine gehalten. Hier sollte man ihnen immer möglichst viel Spielraum lassen und sie ermutigen, auch mal neue Wege zu gehen oder außergewöhnliche Ideen zu testen. Es geht nicht darum, dass man alles zulässt. Satzungen, Vereinsrecht oder Leitbilder gilt es natürlich immer zu berücksichtigen, jedoch sollte man jungen Menschen auch immer einen gewissen Freiraum einräumen. Hier besteht auch immer die Chance, zu zeigen, was Verantwortung bedeuten kann.

Ein weiterer Appel von mir: Lasst Scheitern zu! Nur aus Fehlern kann man lernen, aber auch nur dann, wenn man welche machen kann. Viele Ideen werden erfahrungsgemäß schon im Vorfeld vom Tisch gewischt mit Begründungen wie: “Das haben wir schon mal versucht”. Leider. Vereine sind aber nicht nur auf Sportlerinnen und Sportler angewiesen, sondern auch auf diejenigen im Hintergrund, die sich um die reibungslose Organisation kümmern. Und diese werden auch nur gut und pflichtbewusst, wenn sie die Chance haben, Erfahrung zu sammeln.

Wie man Jugendliche an Vorstandsarbeit heranführen kann, geht zum Beispiel über die Installation eines Jugendvorstandes, welcher autark und ausgestattet mit eigenem Budget agieren kann. Über dieses Beispiel werde ich auch noch einen Artikel verfassen.

Wenn man es schafft, das soziale Engagement von jungen Leuten in den eigenen Verein zu bündeln, können alle nur dabei gewinnen.

4. Gute Jugendarbeit spricht sich herum und macht attraktiv

Man kann nicht über Nacht zaubern, es braucht schon Geduld. Aber wenn die ersten Erfolge eintreffen, an Camps, AG´s, Turnieren teilgenommen wird und die beste Freundin mit ins Training gebracht wird merkt man: Es tut sich etwas. Natürlich spricht sich erfolgreiche Jugendarbeit auch herum, gerade unter den Eltern. Man muss natürlich regelmäßig für die eigenen Events und Erfolge werben, zum Beispiel Artikel veröffentlichen, in sozialen Netzwerken aktiv werden, damit man nicht als “Eintagsfliege” wahrgenommen wird. Jugendarbeit braucht Kontinuität!

Kleinstadtheld-Lesetipp:
Aufgaben delegieren, Mitglieder einbinden: Wie man eine Saison mit vielen Teams planen kann!

Die meisten kennen doch diese kleinen Vereine, die aus ein oder zwei Mannschaften bestehen. Da sagt man “Na, mal schauen, wie lange es die noch gibt. Wenn XYZ aufhört, war´s das eh”. Wenn man dagegen einen Verein wachsen sieht macht dies neugierig. Nicht zuletzt finden natürlich auch Eltern vielfältige Jugendarbeit attraktiv und – ganz wichtig – es darf nie nur um den Sport gehen. Und natürlich könnt Ihr auch die Eltern mit einbinden. Außersportliche Events sind Pflicht und notwendig! Was dabei raus kommen kann, könnt Ihr hier an einem Beispiel sehen:

Hier geht es zu einem Artikel über den Gewinn der Ausschreibung “Verein des Monats”, welchen die Volleyballabteilung der TSV Auerbach im Jahr 2012 gewann!

5. Weil es machbar ist! 

Oft hörte ich schon, wie “unmöglich” es ist, junge Leute für die eigene Sportart zu begeistern. “Da kann man nichts machen” oder “Wenn mal welche bei uns landen, ist das nur Zufall”. Abgesehen davon, dass ich die Motivation genau solcher Leute (die ja selbst diesen Sport betreiben und eigentlich dafür brennen sollten) nicht verstehe, haben sie schlicht und ergreifend unrecht. Junge Menschen, Jugendliche und auch Kinder sehnen sich oft danach, einen Ort zu finden, an dem sie etwas bewirken können, an dem sie ernst genommen werden und an dem sie (mit-)gestalten können. Sportvereine haben auch einen gesellschaftlichen Auftrag! Und genau in diesem Rahmen hat man die Möglichkeit, junge Menschen einzubinden.

In vielen jungen Menschen schlummern verschiedenste Talente, die man entdecken und fördern muss. Es gibt mehr, als man denkt – Man muss ihnen nur eine Chance geben! 


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1 Gedanke zu “5 gute Gründe, warum Nachwuchsarbeit in Vereinen wichtig sein muss

  1. Beim Lesen wird sofort klar: Der Autor weiß von was er schreibt, er hat es selber umgesetzt und einem Verein eine “goldene Zeit” beschert. Ein Jahrzehnt lang hat er unzählige Menschen zur Mitarbeit motiviert, Teams zum Start gebracht, Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, Strukturen aufgebaut – einen langen “Zug zum Fahren” gebracht. Dafür bekam er von Eltern, Kollegen, Vereins- und Verbandsfunktionären immer wieder höchste Anerkennung – zu Recht.

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