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Ein Gastbeitrag von Till Tauber

Über den Autor

Till Tauber ist ein erfahrener Bewerbungsschreiber, der bereits mehr als 3.000 Bewerbungen erfolgreich im Kundenauftrag erstellt hat. Dabei greift er unter anderem auf seine eigene Berufserfahrung als Diplom-Ingenieur und Master of Business Administration zurück. Weitere Informationen und Hilfen zur Bewerbung bietet er auf TT Bewerbungsservice an.

Ganz gleich, ob man sich das erste Mal bewirbt oder einen Stellenwechsel anstrebt: Man möchte vor allem Frust und Enttäuschung bei der Bewerbung vermeiden. Das ist allzu verständlich, denn der Beruf ist etwas Elementares im Leben. Der Erfolg einer Bewerbungsphase ist dabei vor allem von der Qualität der eigenen Bewerbungsunterlagen abhängig. Die Personaler erwarten von den Bewerbern aussagekräftige Bewerbungen, die auf den Arbeitgeber und auf die vakante Stelle zugeschnitten sind. Doch was genau zeichnet eine gute Bewerbung aus? Dieser Beitrag soll Licht ins Dunkel bringen und Dir die wichtigsten Tipps für die Bewerbungserstellung geben!

Die Merkmale guter Bewerbungsunterlagen

Nur die wenigsten Bewerber haben Routine im Schreiben von Bewerbungen, sodass sich zunächst die Frage ergibt, was überhaupt eine gute Bewerbung kennzeichnet. Die Antwort ist eigentlich recht einfach: Eine professionelle Bewerbung ist vollständig, individuell und fehlerfrei. Das bedeutet, dass man alle geforderten Unterlagen einreicht. Diese sind üblicherweise:

  1. Deckblatt (optional)
  2. Anschreiben
  3. Tabellarischer Lebenslauf
  4. Zeugnisanlage

Nur selten wird eine “Dritte Seite” in Form eines Motivationsschreibens oder einer Projektliste erwartet. Heißt es in einer Stellenanzeige zum Beispiel, dass man ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf sowie die Zeugnisse einreichen muss, ist fast immer das Anschreiben gemeint. Dieses ist auch als Bewerbungsschreiben oder Bewerbungsanschreiben bekannt.

Hinsichtlich der Anforderungen an die Individualität ist es wichtig, dass man im Anschreiben konkret auf den Arbeitgeber sowie auf die Motivation für die Stelle, auf die man sich bewirbt, eingeht. Der Lebenslauf, normalerweise in tabellarischer und antichronologischer Form, sollte ebenfalls solche Informationen und Stationen priorisieren, welche für die aktuelle Bewerbung relevant sind. Kein Personaler wird sich in etwa für die Grundschulzeit interessieren, wenn man sich nach 20 Jahren Berufserfahrung im Rahmen eines angestrebten Jobwechsels bewirbt. Man würde mit solchen Angaben nur wertvollen Platz im Lebenslauf verlieren.

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Fehlerfreiheit ist natürlich ebenfalls von größter Wichtigkeit im Bewerbungskontext. Welcher Recruiter möchte schon ein Anschreiben lesen, das zum Beispiel mit einer falschen Anrede beginnt und / oder in jedem Satz mindestens einen Rechtschreibfehler enthält? Mit einer fehlerfreien Bewerbung zeigt man, dass man Mühe und Zeit in die Erstellung der eigenen Unterlagen investiert hat, was offensichtlich für eine hohe Motivation spricht.

Im Fazit kann man sagen, dass es sich immer lohnt, den Aufwand für die Erstellung professioneller Bewerbungsunterlagen aufzubringen. Kommen wir nun aber zu den konkreten Tipps für eine gelungene Bewerbung!

1. Tipp: Bewerbe Dich nur auf Stellen, die auch wirklich passen!

Eine gute Bewerbung beginnt bereits mit einer zielgerichteten Stellensuche. Es ist klar, dass mann nicht alle Anforderungen einer passenden Stelle zu 100 % erfüllen wird. Das muss man auch nicht, denn es handelt sich bei der Beschreibung um den Wunsch des Arbeitgebers, der teilweise deutlich von der Realität abweichen kann. Trotzdem lohnt es sich nicht, Bewerbungen für Stellenanzeigen zu schreiben, deren Anforderungen man nicht mal zu 50 % erfüllt. Das ist ineffektiv und kostet nur Zeit!

2. Tipp: Erstelle zuerst den tabellarischen Lebenslauf!

Ein aussagekräftiger Lebenslauf ist immer der Kern einer jeden erfolgreichen Bewerbung. Vom Aufbau her sollte er tabellarisch und antichronologisch sein. Zudem gilt es darauf zu achten, dass man auf nicht mehr als zwei DIN-A4-Seiten kommt. Dies ist fast immer möglich, denn gerade im Lebenslauf möchte kein Personaler unnötige Informationen durchkämmen müssen, um die wichtigen Angaben und Daten zu finden. Hast Du den Lebenslauf schon fertiggestellt, ist es viel einfacher ein Anschreiben zu verfassen. Man legt einfach den Lebenslauf neben die Stellenausschreibung und schaut nach Parallelen bzw. auf Punkte, die man thematisieren kann. So hat man alle wichtigen Informationen zum Schreiben auf einen Blick.

3. Tipp: Baue Dein Anschreiben wie einen typischen Brief auf!

Für das Anschreiben musst Du das richtige Format wählen. Dieses ist das Briefformat, was bedeutet, dass Du Dich an konkrete Regeln halten musst. Der typische Aufbau eines Bewerbungsschreibens sieht wie folgt aus:

  1. Briefkopf mit Name, Adresse und Kontaktdaten.
  2. Anschrift des Arbeitgebers (inkl. Ansprechpartner, falls bekannt).
  3. Ort und Datum.
  4. Betreffzeile (inkl. Stellenbezeichnung und – falls vorhanden – Stellen-ID bzw. Kennziffer).
  5. Anrede (nach Möglichkeit direkte Anrede, wenn Ansprechpartner bekannt).
  6. Haupttext (in mehrere Absätze untergliedert).
  7. Grußformel (gefolgt von Unterschrift und Namen).

Kleinere Variationen sind natürlich erlaubt, dennoch sollte Dein Anschreiben an einen üblichen Geschäftsbrief mit offiziellem Charakter erinnern. So wäre es zum Beispiel zulässig, die Adresse und Kontaktdaten in die Fußzeile einzufügen, während der Name in der Kopfzeile verbleibt. Das sind natürlich Fragen des Designs, wobei dieses gegenüber dem Inhalt der Bewerbung eine eher untergeordnete Rolle spielt.

4. Tipp: Schreibe immer positiv – und zeige Deine Stärken in der Bewerbung!

Es ist ganz wichtig, dass man bei der eigenen Bewerbung immer aus einer positiven Perspektive heraus Sätze formuliert. Das mag dem ein oder anderen schwerfallen, doch kann es auch nicht der Wunsch eines Recruiters sein, in einem Bewerbungsschreiben zu lesen, was ein Bewerber alles nicht kann, womit er Probleme hat und in welchen Aspekten seines beruflichen Werdegangs er vielleicht gescheitert ist. Zeige stattdessen auf, was Du kannst und warum Du es kannst. Gehe auf Deine Stärken und auf Deine Erfahrung ein. Dies kann man teilweise geschickt mit Nebensätzen machen. Hier ein Beispiel: “Die Arbeit mit MS Excel bereitet mir viel Freude, was nicht zuletzt an meinen ausgeprägten PC-Kenntnissen liegt.”. Denke aber daran, stets im Bereich der Glaubwürdigkeit zu bleiben. Übertreibungen sind in einer Bewerbung ebenfalls tabu!

5. Tipp: Nutze ein Deckblatt für Deine Bewerbungsanlagen!

Oftmals werden die Anlagen einer Bewerbung etwas vernachlässigt. Dabei kann man mit diesen zeigen, dass man einen Sinn für Ordnung und Struktur hat. Man muss alle wichtigen Dokumente zunächst richtig sortieren, einscannen oder kopieren und mit einem Deckblatt versehen. Das Deckblatt der Anlagen sollte natürlich ein kleines Inhaltsverzeichnis mit den beigefügten Dokumenten enthalten. Dies ist übersichtlich und erleichtert dem Personaler das Suchen. Zu den Anlagen einer Bewerbung gehören fast immer:

  • Aktuelles Zwischenzeugnis
  • Arbeitszeugnisse
  • Abschlusszeugnisse
  • Zertifikate
  • Urkunden
  • Bestätigungen

Gerade bei der Onlinebewerbung sind einige Dinge in Bezug auf die Anlagen zu berücksichtigen.

6. Tipp: Bewerbe Dich mit einer einwandfreien Onlinebewerbung!

Heutzutage wird man sich fast immer online bewerben. Schon mittelfristig spart dies Zeit und Geld, da man die Bewerbungsunterlagen nicht immer ausdrucken und in teuren Bewerbungsmappen versenden muss. Wenn man eine Onlinebewerbung verschickt, sollte dies immer im PDF-Format erfolgen. Dieses hat sich etabliert und kann insbesondere Text in Dateien kleiner Größe unterbringen.

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Die Onlinebewerbung ist jedoch nicht unbedingt einfacher als die klassische Variante, denn die Arbeitgeber von heute erwarten gute IT-Kenntnisse und dazu gehört gerade auch ein souveräner Umgang mit PDF-Dateien. Hier die wichtigsten Hinweise für die Bewerbung mit PDF-Dateien:

  1. Nutze für Deine Bewerbung eine eingescannte Unterschrift. Diese sollte blau sein und in das Anschreiben sowie in den tabellarischen Lebenslauf eingefügt werden.
  2. Gebe den PDF-Dateien sinnvolle Namen, z. B. “Bewerbungsunterlagen – M. Mustermann.pdf” oder “Anschreiben – M. Mustermann.pdf” bzw. “Lebenslauf – M.Mustermann.pdf”.
  3. Achte immer darauf, dass Du die Dateigrößenbeschränkungen der Arbeitgeber einhälst.
  4. Formuliere den E-Mail-Text einer Bewerbung genauso sorgfältig wie den Text des Anschreibens.
  5. Verwende eine seriös klingende E-Mail-Adresse, z. B. “martin.mustermann@…”.

Wenn Du die obigen Tipps einhältst, kann beim Schreiben Deiner Bewerbungsunterlagen eigentlich nichts schief gehen. Wichtig ist, dass Du Dir die notwendige Zeit und Ruhe für die Erstellung Deiner Bewerbung nimmst. Viel Erfolg bei Deinem Bewerbungsvorhaben!

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