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Invasive Tier- und Pflanzenarten: Bedrohung für heimische Ökosysteme

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Titelbild: Waschbär (Procyon lotor) © Jürgen Schneider
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Lesedauer | 13 Minuten


Invasive Tier- und Pflanzenarten sind Arten, die in ein bestimmtes Ökosystem eingeführt werden und sich dort aggressiv vermehren und verbreiten. Sie stellen eine Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie für die natürlichen Ökosysteme dar, da sie oft keine natürlichen Feinde oder Kontrollmechanismen haben.

Invasive Tierarten können beispielsweise Nagetiere wie die Wanderratte oder die eingeschleppte Hausmaus sein, die in vielen Teilen der Welt große Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und natürlichen Lebensräumen verursachen. Andere invasive Tierarten umfassen beispielsweise den Nordamerikanischen Signalkrebs, der in europäischen Gewässern heimische Arten verdrängt, oder die Asiatische Tigermücke, die Krankheiten wie Dengue-Fieber und Zika-Virus übertragen kann.

Bei den invasiven Pflanzenarten sind zum Beispiel das Drüsige Springkraut, das Riesen-Bärenklau oder der Japanische Knöterich zu nennen. Diese Pflanzenarten wachsen schnell und breiten sich aggressiv aus, verdrängen einheimische Pflanzenarten und beeinträchtigen dadurch die Biodiversität. Sie können auch die ökologischen Prozesse in einem Ökosystem stören, indem sie die Bodenzusammensetzung verändern oder den Wasserfluss beeinflussen.

Die Einführung und Verbreitung invasiver Tier- und Pflanzenarten geschieht oft durch menschliche Aktivitäten wie den internationalen Handel, Transport und Tourismus. Viele Länder haben Maßnahmen ergriffen, um die Einfuhr und Verbreitung invasiver Arten zu kontrollieren und zu verhindern. Dazu gehören unter anderem rechtliche Vorschriften, Kontroll- und Ausrottungsprogramme sowie Sensibilisierungskampagnen, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen invasiver Arten zu informieren.

Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt

Invasive Tier- und Pflanzenarten stellen eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt dar. Hier sind einige Gründe, warum sie eine Gefahr darstellen:

Konkurrenz um Ressourcen: Invasive Arten konkurrieren mit einheimischen Arten um Nahrung, Wasser, Lebensraum und andere wichtige Ressourcen. Da sie oft aggressiver und anpassungsfähiger sind, können sie die einheimischen Arten verdrängen und ihre Existenz gefährden.

Veränderung des Lebensraums: Invasive Arten können den natürlichen Lebensraum verändern, indem sie die Bodenbeschaffenheit, den Wasserfluss oder die Vegetationsstruktur beeinflussen. Diese Veränderungen können sich negativ auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt auswirken, indem sie ihre Lebensbedingungen verschlechtern oder ihnen keinen geeigneten Lebensraum mehr bieten.

Prädation und Räuber-Beute-Beziehungen: Manche invasive Tierarten haben keine natürlichen Feinde oder sind besser angepasst, um Beute zu machen. Dadurch können sie die einheimische Tierwelt dezimieren, indem sie einheimische Arten fressen oder sie aus ihrem natürlichen Lebensraum vertreiben. Dies kann das ökologische Gleichgewicht stören und zu einem Rückgang der Vielfalt und Fülle der einheimischen Arten führen.

Krankheitsübertragung: Einige invasive Tierarten können Krankheiten auf einheimische Arten übertragen, für die diese keine natürliche Immunität entwickelt haben. Dies kann zu Massensterben oder dem Rückgang bestimmter Tierarten führen.

Genetische Vermischung: Invasive Arten können sich mit einheimischen Arten kreuzen und genetisches Material übertragen. Dies kann zu genetischer Verschmelzung führen und die einheimischen Arten verändern oder ihre genetische Vielfalt verringern.

Konkurrenz um Ressourcen

Invasive Arten können mit einheimischen Arten um Nahrung konkurrieren, indem sie sich von denselben Ressourcen ernähren. Wenn die invasiven Arten effizienter oder aggressiver sind, können sie den Zugang zu Nahrungsquellen erschweren oder die Verfügbarkeit verringern, was die einheimischen Arten beeinträchtigt. Invasive Pflanzenarten können sich schnell ausbreiten und große Flächen besiedeln, wodurch sie den einheimischen Pflanzen Lebensraum wegnehmen. Dies kann dazu führen, dass einheimische Pflanzen verdrängt werden und sich ihre Bestände verringern. Bei invasiven Tierarten können sie um geeignete Lebensräume konkurrieren und einheimische Arten verdrängen oder verdrängen.

Invasive Arten können auch die Ressourcenverfügbarkeit für einheimische Arten verringern. Zum Beispiel können invasive Pflanzenarten Wasser und Nährstoffe aus dem Boden absorbieren, wodurch die einheimischen Pflanzen weniger Zugang zu diesen Ressourcen haben. Dies kann ihr Wachstum und ihre Überlebensfähigkeit beeinträchtigen. Die Einführung einer invasiven Art in ein Ökosystem kann zu Veränderungen führen, die die Verfügbarkeit von Ressourcen für einheimische Arten beeinflussen. Zum Beispiel können invasive Tierarten Raubtiere sein und die Populationen einheimischer Beutetiere dezimieren, was zu einem Ungleichgewicht in den Nahrungsketten führt.

Veränderung des Lebensraums

Invasive Pflanzenarten können sich schnell ausbreiten und große Flächen besiedeln. Dadurch verdrängen sie einheimische Pflanzenarten und verändern die Vegetationsstruktur eines Ökosystems. Dies kann zu einem Verlust an Pflanzenvielfalt führen und sich negativ auf Pflanzenfresser auswirken, die auf spezifische Pflanzenarten angewiesen sind. Einige invasive Pflanzenarten haben die Fähigkeit, den Boden zu verändern. Sie können beispielsweise Stickstoff aus der Luft binden und in den Boden bringen, was zu einer Veränderung der Bodenzusammensetzung führt. Dies kann sich auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen für einheimische Pflanzenarten auswirken und ihr Wachstum und ihre Überlebensfähigkeit beeinträchtigen.

Invasive Pflanzenarten können den Wasserfluss in einem Ökosystem beeinflussen. Zum Beispiel können sie die Ufervegetation entlang von Gewässern verändern und dadurch den Wasserabfluss verlangsamen oder blockieren. Dies kann zu Überschwemmungen oder anderen negativen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt führen, die auf einen bestimmten Wasserfluss angewiesen sind. Invasive Tierarten können die Mikrohabitate in einem Ökosystem verändern. Sie können beispielsweise Nistplätze oder Ruheplätze einnehmen, die normalerweise von einheimischen Arten genutzt werden. Dies kann zu einem Verlust an geeigneten Lebensräumen für einheimische Arten führen und ihre Populationsdichte verringern.

Prädation und Räuber-Beute-Beziehungen

Prädation bezieht sich auf das Verhalten eines Organismus, bei dem er andere Organismen jagt und tötet, um sie als Nahrungsquelle zu nutzen. Ein Organismus, der andere Organismen frisst, wird als Prädator bezeichnet, während derjenige, der gefressen wird, als Beute bezeichnet wird. Dieses Phänomen ist in der Natur weit verbreitet und tritt in verschiedenen Formen auf.

Es gibt verschiedene Arten von Prädation. Räuberische Tiere, wie Löwen oder Wölfe, jagen aktiv ihre Beute, um sie zu fangen und zu töten. Andere Arten von Prädation umfassen Parasitismus, bei dem ein Organismus, der als Parasit bezeichnet wird, auf oder in einem Wirt lebt und ihm Schaden zufügt, aber ihn nicht unbedingt tötet, und Herbivorie, bei der Tiere oder Insekten Pflanzen fressen. Prädation ist ein grundlegender Aspekt der ökologischen Wechselwirkungen zwischen den Arten und beeinflusst die Populationsdynamik und das ökologische Gleichgewicht. Prädation kann auch evolutionäre Anpassungen und Verhaltensweisen bei Beutetieren hervorrufen, um sich vor Prädatoren zu schützen, und bei Prädatoren, um ihre Jagdmethoden zu verbessern.

Invasive Raubtierarten können einheimische Beutetiere jagen und dezimieren. Wenn sie effektiver in der Jagd oder anpassungsfähiger sind, können sie die einheimischen Arten aus ihren natürlichen Lebensräumen vertreiben oder sogar zur Ausrottung einiger Arten führen. Dies kann zu einem Ungleichgewicht in den Räuber-Beute-Beziehungen führen und die ökologische Balance stören. Invasive Tierarten haben oft keine natürlichen Feinde oder sind in ihrem neuen Lebensraum von diesen Feinden befreit. Dies ermöglicht es ihnen, sich unkontrolliert zu vermehren und sich schnell auszubreiten. Die fehlende Regulation durch natürliche Feinde kann zu einer übermäßigen Population der invasiven Art führen und das ökologische Gleichgewicht stören.

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Auswirkungen auf die Nahrungsketten

Invasive Raubtierarten können die Nahrungsketten beeinflussen, indem sie einheimische Beutetiere dezimieren oder verdrängen. Dies kann sich auf die Bestände anderer Arten auswirken, die von den Beutetieren abhängig sind. Das Fehlen oder der Rückgang einer bestimmten Beutetierart kann zu einer Kettenreaktion führen, die sich auf andere Arten entlang der Nahrungskette ausbreitet. Einheimische Arten haben sich im Laufe der Zeit an ihre natürlichen Feinde und Räuber angepasst. Wenn jedoch eine invasive Art ohne natürliche Feinde eingeführt wird, haben die einheimischen Arten möglicherweise keine angeborenen Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen die neue Bedrohung zu verteidigen. Dies macht sie anfälliger für Prädation und kann zu einem Rückgang der einheimischen Arten führen.

Die Auswirkungen von Prädation und Räuber-Beute-Beziehungen durch invasive Arten können vielfältig sein. Sie können zur Dezimierung oder Ausrottung einheimischer Arten führen, die Vielfalt der Tiergemeinschaften verringern und die ökologischen Prozesse beeinflussen. Die Kontrolle und Bekämpfung invasiver Arten, insbesondere von Raubtierarten, ist daher wichtig, um die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und das ökologische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Krankheitsübertragung

Einige invasive Tierarten können Krankheitserreger in sich tragen und diese auf einheimische Arten übertragen. Dies kann zu Ausbrüchen von Krankheiten führen, für die die einheimischen Arten keine natürliche Immunität entwickelt haben. Die Auswirkungen können von leichten Krankheitsfällen bis hin zu schweren Epidemien oder sogar dem Aussterben bestimmter Arten reichen. Invasive Pflanzenarten können auch Krankheiten auf einheimische Pflanzen übertragen. Sie können beispielsweise Pilzsporen oder Bakterien tragen, die Pflanzeninfektionen verursachen können. Dies kann zu einem Rückgang der einheimischen Pflanzenarten führen, da sie den neuen Krankheitserregern möglicherweise nicht gewachsen sind.

Die Übertragung von Krankheiten durch invasive Arten kann die ökologischen Interaktionen zwischen Arten beeinflussen. Wenn eine invasive Art beispielsweise als Vektor für Krankheitserreger fungiert, können sich die Wechselwirkungen zwischen Beutetieren, Pflanzen und anderen Organismen verändern. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der Nahrungsnetze, des Bestäubungsprozesses oder anderer ökologischer Beziehungen führen. Die Einführung einer invasiven Art, die Krankheitserreger trägt, kann zu einer Veränderung des Krankheitsspektrums in einem Ökosystem führen. Einheimische Arten, die zuvor nicht mit den spezifischen Krankheitserregern konfrontiert waren, können anfällig für neue Krankheiten sein, was ihre Gesundheit und Überlebensfähigkeit beeinträchtigt.

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Genetische Vermischung

Wenn invasive Arten sich mit einheimischen Arten kreuzen, kann dies zu einer Veränderung der genetischen Vielfalt führen. Dies kann zur Entstehung von Hybriden führen, die Merkmale beider Elternarten aufweisen. Dadurch können einheimische Arten genetisch verändert werden und möglicherweise ihre einzigartigen Anpassungen und Eigenschaften verlieren. Die genetische Vermischung zwischen invasiven Arten und einheimischen Arten kann zu einer Veränderung der Anpassungsfähigkeit führen. Wenn die Hybriden Merkmale der invasiven Art erben, können sie möglicherweise besser an die veränderten Umweltbedingungen oder den Druck durch invasivere Arten angepasst sein. Dies kann zu einer Wettbewerbsstärke gegenüber den reinen einheimischen Arten führen und diese verdrängen.

Die genetische Vermischung zwischen invasiven Arten und einheimischen Arten kann auch die Ökosystemdynamik verändern. Dies kann dazu führen, dass neue Interaktionen und Beziehungen in den Nahrungsketten oder anderen ökologischen Prozessen entstehen. Diese Veränderungen können die ökologische Balance stören und Auswirkungen auf andere Arten und das gesamte Ökosystem haben. In einigen Fällen kann die genetische Vermischung zwischen invasiven Arten und einheimischen Arten zu einer genetischen Verarmung führen. Wenn Hybride sich weiterhin mit invasiven Arten kreuzen, kann dies zu einer Verringerung der genetischen Vielfalt führen und die Anpassungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit der Populationen verringern.

Die genetische Vermischung zwischen invasiven Arten und einheimischen Arten kann komplexe Auswirkungen haben und langfristige Konsequenzen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt haben. Es ist wichtig, die Ausbreitung invasiver Arten zu kontrollieren und zu verhindern, um die genetische Integrität der einheimischen Arten und ihre Anpassungsfähigkeit zu bewahren.

Fünf Beispiele für invasive Arten

Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), auch bekannt als Riesenhornisse oder Vespa mandarinia, ist eine große Wespenart, die ursprünglich in Ostasien beheimatet war. Bild von Fablegros auf Pixabay
  • Merkmale: Die Asiatische Hornisse ist im Vergleich zu anderen Wespenarten relativ groß. Die Königinnen können eine Körperlänge von bis zu 3 cm erreichen, während die Arbeiterinnen etwas kleiner sind. Sie haben eine dunkle Körperfärbung, meistens schwarz mit einem orangen bis gelben Kopf und orangefarbenen Beinen. Die Hornissen haben auffällige gelbe Streifen am Hinterleib.
  • Verbreitung: Ursprünglich in Ostasien heimisch, hat sich die Asiatische Hornisse in den letzten Jahren auch in anderen Teilen der Welt verbreitet. Sie wurde in Europa, insbesondere in Frankreich, Spanien und Belgien, sowie in einigen Teilen Nordamerikas entdeckt.
  • Lebensraum: Die Asiatische Hornisse bevorzugt offene Landschaften, Wälder und ländliche Gebiete. Sie bauen ihre Nester normalerweise in hohen Bäumen, aber auch in Gebäuden oder anderen geschützten Strukturen. In einigen Fällen können sie auch unterirdische Nester bauen.
  • Nahrung: Asiatische Hornissen sind Fleischfresser und ernähren sich hauptsächlich von anderen Insekten, insbesondere Bienen und Wespen. Sie jagen in der Nähe von Bienenstöcken und können eine Bedrohung für Honigbienen und andere Bestäuber darstellen.
  • Gefahr für den Menschen: Die Asiatische Hornisse wird oft als potenziell gefährlich angesehen, da ihr Stich schmerzhaft sein kann und in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Für die meisten Menschen ist ein einzelner Stich jedoch nicht lebensbedrohlich.
  • Management: Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu kontrollieren, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören das Auffinden und Entfernen von Nestern, das Fallenstellen, die Überwachung der Populationen und die Aufklärung der Bevölkerung über die Identifizierung und Meldung von Sichtungen.

Nilgans

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) ist eine Vogelart, die ursprünglich in Afrika beheimatet war. Foto: Jürgen Schneider
  • Merkmale: Die Nilgans ist eine mittelgroße Gans mit einer markanten Färbung. Sie hat eine helle Körperunterseite und einen dunklen Körperoberseite. Der Kopf ist dunkelgrau bis schwarz mit einem auffälligen weißlichen Ring um die Augen. Männliche Nilgänse haben außerdem einen ausgeprägten Knopf auf dem Schnabel.
  • Verbreitung: Ursprünglich in Afrika beheimatet, hat sich die Nilgans aufgrund von Entweichungen und Freisetzungen in verschiedenen Teilen der Welt etabliert. Sie ist heute in vielen Ländern zu finden, darunter Europa, Nordamerika und Australien.
  • Lebensraum: Die Nilgans bewohnt eine Vielzahl von Lebensräumen, darunter Gewässer, Flussufer, Feuchtgebiete, Seen, Parkanlagen und landwirtschaftliche Gebiete. Sie ist anpassungsfähig und kann sowohl in natürlichen als auch in menschengemachten Umgebungen überleben.
  • Ernährung: Die Nilgans ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Blättern, Sprossen, Samen und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Sie kann auch Insekten und kleine Wirbellose fressen, insbesondere während der Brutzeit.
  • Auswirkungen: Die Nilgans wird oft als invasive Art betrachtet, insbesondere in einigen Teilen Europas und Nordamerikas. Sie kann negative Auswirkungen auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt haben, indem sie Konkurrenz um Nahrung und Brutplätze schafft, natürliche Lebensräume verändert und Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursacht.
  • Fortpflanzung: Die Nilgans brütet in Kolonien, oft in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder auf dem Boden. Das Weibchen legt eine Kupplung von etwa 6-12 Eiern, die dann von beiden Elternvögeln für etwa 30 Tage bebrütet werden. Die Jungvögel sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen.
  • Management: Das Management der Nilgans variiert je nach Region und den spezifischen Herausforderungen, die sie darstellt. Maßnahmen können das Entfernen von Nestern oder Eiern, das Anbringen von Spikes auf Brutplätzen, das Abschießen von Vögeln und die Reduzierung von Nahrungsquellen umfassen. In einigen Fällen werden auch Programme zur öffentlichen Aufklärung durchgeführt, um das Bewusstsein für die Auswirkungen der Nilgans zu erhöhen und die Öffentlichkeit dazu zu ermutigen, sie nicht zu füttern oder zu unterstützen.

Tigermücke

Die Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine Stechmückenart, die ursprünglich aus Südostasien stammt. Bild von WikiImages auf Pixabay
  • Merkmale: Die Tigermücke ist relativ klein und hat eine schwarze Körperfarbe mit auffälligen weißen Streifen auf ihren Beinen und einem weißen Streifen entlang ihres Rumpfes. Sie hat auch auffällige weiße Muster auf ihren Flügeln.
  • Verbreitung: Ursprünglich in Südostasien beheimatet, hat sich die Tigermücke aufgrund des internationalen Handels und des Reiseverkehrs in vielen Teilen der Welt verbreitet. Sie ist jetzt in verschiedenen Ländern in Asien, Amerika, Europa und Afrika zu finden.
  • Lebensraum: Die Tigermücke bevorzugt feuchte und warme Umgebungen. Sie kann in städtischen Gebieten, ländlichen Gebieten, Gärten und Parks gefunden werden. Die Mückenweibchen legen ihre Eier in stehendem Wasser, wie zum Beispiel in Pfützen, Blumentöpfen, Regentonnen, verstopften Abflüssen oder anderen Behältern, die Wasser sammeln können.
  • Übertragung von Krankheiten: Die Tigermücke ist ein potenzieller Überträger mehrerer Krankheiten, darunter das Dengue-Fieber, das Chikungunya-Fieber und das Zika-Virus. Wenn eine infizierte Mücke eine Person sticht, kann sie das Virus auf den Menschen übertragen.
  • Prävention: Um die Verbreitung von Tigermücken und die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, ist es wichtig, Maßnahmen zur Mückenbekämpfung zu ergreifen. Dazu gehören das Entfernen von stehendem Wasser, das Beseitigen von Brutplätzen wie Wasserbehältern oder das Abdecken von Behältern, um das Eindringen von Mücken zu verhindern. Es wird auch empfohlen, Insektenschutzmittel zu verwenden und Schutzkleidung zu tragen, insbesondere in Gebieten mit hoher Mückenaktivität.
  • Kontrolle: Die Bekämpfung der Tigermückenpopulation erfordert eine koordinierte Anstrengung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Dies kann die Durchführung von Überwachungsprogrammen, das Entfernen von Brutplätzen und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit umfassen.

Waschbär

Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein mittelgroßes Säugetier, das ursprünglich aus Nordamerika stammt. Foto: Jürgen Schneider
  • Merkmale: Waschbären haben eine charakteristische Fellzeichnung mit einem maskenartigen schwarzen Muster um die Augen und einem buschigen Schwanz. Sie haben eine graubraune bis rötlich-braune Fellfarbe. Ihre Vorderpfoten ähneln menschlichen Händen und ermöglichen ihnen eine geschickte Manipulation von Gegenständen.
  • Verbreitung: Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wurden Waschbären aufgrund ihrer Pelze in verschiedenen Teilen der Welt eingeführt. Sie sind heute in vielen Ländern zu finden, darunter Europa, Asien und Teile Südamerikas.
  • Lebensraum: Waschbären sind sehr anpassungsfähig und können in verschiedenen Lebensräumen leben, darunter Wälder, Feuchtgebiete, städtische Gebiete und landwirtschaftliche Flächen. Sie bevorzugen Bereiche in der Nähe von Wasser, da sie gute Schwimmer sind.
  • Ernährung: Waschbären sind Allesfresser und haben eine vielseitige Ernährung. Sie ernähren sich von Früchten, Nüssen, Beeren, Insekten, kleinen Wirbeltieren, Vogeleiern, Fischen, Amphibien und sogar Müll. In städtischen Gebieten können sie Mülltonnen durchsuchen und sich von menschlichen Essensresten ernähren.
  • Fortpflanzung: Die Paarungszeit der Waschbären liegt normalerweise im Frühjahr. Nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 73 Tagen bringt das Weibchen einen Wurf von 2 bis 5 Jungen zur Welt. Die Jungen bleiben etwa 9 bis 10 Monate bei der Mutter, bevor sie selbstständig werden.
  • Auswirkungen: In einigen Gebieten, in denen Waschbären eingeführt wurden, können sie zu einer Bedrohung für einheimische Tierarten werden. Sie können Vogeleier und Jungtiere fressen, landwirtschaftliche Ernten schädigen und als Überträger von Krankheiten wie Tollwut fungieren. In städtischen Gebieten können sie auch Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen.
  • Management: Das Management von Waschbären variiert je nach Region und den spezifischen Herausforderungen, die sie darstellen. In einigen Gebieten werden Maßnahmen ergriffen, um ihre Populationen zu kontrollieren, einschließlich Bejagung oder Fang und Entfernung der Tiere. Es werden auch Programme zur öffentlichen Aufklärung über das richtige Verhalten im Umgang mit Waschbären durchgeführt, um Konflikte zu minimieren.

Riesen-Bärenklau

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch bekannt als Herkulesstaude, ist eine invasive Pflanzenart, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammt. Foto: Jürgen Schneider
  • Merkmale: Der Riesen-Bärenklau ist eine große, robuste Pflanze, die eine Höhe von bis zu 4 Metern erreichen kann. Sie hat große, gefiederte Blätter und im Sommer bilden sich große, weiße Blütendolden, die einen Durchmesser von bis zu 50 cm haben können. Die Pflanze enthält eine klare Flüssigkeit, die beim Kontakt mit der Haut zu phototoxischen Reaktionen führen kann.
  • Verbreitung: Der Riesen-Bärenklau wurde ursprünglich in einigen Ländern Europas als Zierpflanze eingeführt. Aufgrund ihrer hohen Reproduktionsrate und der Fähigkeit, sich schnell auszubreiten, hat sie sich in vielen Teilen Europas, Nordamerikas und anderer Regionen der Welt als invasive Art etabliert.
  • Lebensraum: Der Riesen-Bärenklau wächst hauptsächlich in feuchten und nährstoffreichen Lebensräumen wie Flussufern, Wiesen, Feldern, Straßenrändern und Bahndämmen. Er bevorzugt sonnige Standorte, kann aber auch im Halbschatten gedeihen.
  • Auswirkungen: Der Riesen-Bärenklau hat negative Auswirkungen auf die einheimische Vegetation, da er sich schnell ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Zudem kann der Kontakt mit der Pflanze zu Hautreizungen führen, insbesondere wenn die Haut danach dem Sonnenlicht ausgesetzt ist (phototoxische Reaktionen). Diese Hautreizungen können schwerwiegend sein und zu Verbrennungen ähnlichen Verletzungen führen.
  • Management: Das Management des Riesen-Bärenklaus erfordert eine kontrollierte Herangehensweise, da der Kontakt mit der Pflanze vermieden werden sollte. Es werden verschiedene Methoden angewendet, um den Riesen-Bärenklau zu kontrollieren, darunter das Mähen oder Abtöten der Pflanzen, bevor sie blühen und Samen produzieren. Schutzausrüstung wie Handschuhe und langärmelige Kleidung sollten getragen werden, um den Hautkontakt zu vermeiden. Es ist wichtig, die örtlichen Bestimmungen und Empfehlungen zur Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus zu beachten.
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Video: Immer mehr invasive Arten

Was kann ich gegen invasive Arten tun?

  1. Frühzeitige Erkennung und Meldung: Lernt die einheimischen Arten in eurer Umgebung kennen und meldet verdächtige oder invasive Arten den entsprechenden Behörden.
  1. Prävention: Vermeidet den Kauf und die Verbreitung invasiver Pflanzen- und Tierarten. Informiert euch über die Liste invasiver Arten in eurem Land oder eurer Region und wählt stattdessen einheimische Arten.
  1. Natürliche Lebensräume schützen: Erhaltet die natürlichen Lebensräume, wie Wälder, Feuchtgebiete und Küstengebiete, die als Refugien für einheimische Arten dienen können.
  1. Regelmäßige Überwachung: Führt regelmäßige Überwachungsprogramme durch, um invasive Arten frühzeitig zu erkennen und ihre Ausbreitung einzudämmen.
  1. Entfernung und Bekämpfung: Wenn invasive Arten identifiziert werden, ergreift geeignete Maßnahmen zur Entfernung und Bekämpfung. Das kann das Entfernen von Pflanzen, das Fangen von Tieren oder das Abtöten von Organismen umfassen.
  1. Förderung einheimischer Arten: Pflanzt einheimische Pflanzen in Gärten und Landschaften, um die Biodiversität zu unterstützen und invasiven Arten weniger Lebensraum zu bieten.
  1. Bewusstseinsbildung: Informiert euch selbst und andere über die Auswirkungen invasiver Arten. Sensibilisiert die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Schutzes der heimischen Artenvielfalt.
  1. Schulungen und Schulprogramme: Bietet Schulungen und Bildungsprogramme an, um Menschen über invasive Arten, ihre Identifizierung und die richtigen Vorgehensweisen bei der Bekämpfung aufzuklären.
  1. Zusammenarbeit: Arbeitet mit lokalen Gemeinschaften, Naturschutzorganisationen, Behörden und anderen Interessengruppen zusammen, um gemeinsam invasive Arten zu bekämpfen.
  1. Gesetzliche Regelungen und Richtlinien: Unterstützt die Einführung und Durchsetzung von Gesetzen und Richtlinien zum Schutz vor invasiven Arten auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Infografik

Ansprechpartner 

Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße e.V.

Der Kreis Bergstraße bietet vielfältige Naturpotentiale. Unsere gemeinsame Aufgabe ist ihre Pflege und ihr Erhalt für die zukünftigen Generationen. Nur wenn Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiten, können gezielt Maßnahmen dafür umgesetzt werden.

Daher wurde der Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße e.V. am 16.02.2022 im Lautertal gegründet. Er ist ein gemeinnütziger Verein ohne behördliche Befugnisse. Hier arbeiten alle Beteiligten freiwillig und gleichberechtigt zusammen. Dadurch öffnen sich bei Projekten die Türen aller Beteiligten oft schneller als bei hoheitlichem Vorgehen. Bereits vorhandene regionale Aktivitäten und Organisationen werden einbezogen.

Die Hauptaufgabe eines Landschaftspflegeverbandes besteht darin, den Erhalt und die Entwicklung natürlicher und kultureller Landschaftselemente zu fördern. Dies kann die Pflege von Naturschutzgebieten, die Renaturierung von Flüssen und Biotopen, die Förderung der Artenvielfalt oder die Landschaftspflege in der Landwirtschaft umfassen. Landschaftspflegeverbände arbeiten oft in enger Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden, Landwirten, Gemeinden und anderen Akteuren vor Ort.

Projekt ZOWIAC – Zum Mitmachen!

ZOWIAC ist ein Forschungsprojekt, das sich auf die Untersuchung von Invasionsprozessen von nicht einheimischen Säugetierarten konzentriert. Es analysiert die Dynamik ihrer Interaktionen in lokalen Ökosystemen und die möglichen gesundheitlichen Risiken, die damit verbunden sein könnten. Die aktuellen Forschungsmethoden berücksichtigen die Komplexität realer Ökosysteme, Landschaften und städtischer Gebiete. Sie beziehen auch verschiedene räumliche, zeitliche und gesellschaftspolitische Aspekte ein, um ein effektives Management von invasiven und einwandernden Fleischfressern auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene zu ermöglichen.

ZOWIAC nutzt die Expertise Hessens in den Bereichen Ökologie- und Biodiversitätsforschung, Parasitologie, Infektionsbiologie und Wildtierbiologie, um diesen integrierten Ansatz zu verfolgen. Da das Verständnis und die Beteiligung der Öffentlichkeit entscheidend für den zukünftigen Erfolg bei der Eindämmung potenziell negativer Auswirkungen der invasiven Arten sein wird, identifiziert ZOWIAC durch eine sozio-ökologische Analyse alle relevanten Gruppen und Akteure. Es berücksichtigt ihr Verständnis und ihre Wahrnehmung von Risiken und bindet sie in den Prozess ein.

https://zowiac.eu/

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Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße - Gemeinsam für unsere Natur und Landschaft

HLNUG

Arten melden

Unter diesem Link könnt Ihr invasive Arten einsehen und auch direkt melden: https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/invasive-arten

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