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Vorwort

Viele Trainer kennen die Herausforderungen. Man möchte gutes, zielführendes Training anbieten, hat aber oft nur wenig Trainingszeit dafür. Wer in der Woche zwei mal zwei Stunden trainieren kann, ist oft schon sehr glücklich damit. Drei Trainingseinheiten pro Woche gibt es im unteren bis mittleren Leistungsbereich kaum und der Standard sind häufig die klassischen 90 Minuten, zwei mal in der Woche.

Aus früheren Tagen kenne ich selbst noch den “traditionellen” Ablauf eines Trainings: Am Anfang wird natürlich gekickt und am Ende gespielt, 1-2 Sätze. Damit sind häufig gerade einmal rund 45 Minuten für das eigentliche Training übrig geblieben. Im Laufe der Jahre macht man sich als Trainer dann Gedanken und holt sich bei erfahrenen Kollegen/Innen auch Tipss, wie man die Zeit, die einem zur Verfügung steht effektiver nutzen kann.

Hier sind einige Beispiele und Gedanken, sicherlich kann diese Liste noch um einiges ergänzt werden. Wie immer gilt natürlich auch in diesem Artikel, dass man ihn nur als Anregung sehen sollte. Letztlich ist das, was umsetzbar ist auch immer von der jeweiligen Mannschaft und den eigenen Möglichkeiten, sowie der Motivation abhängig.

Aufwärmen vor der eigentlichen Trainingszeit

Normalerweise gestaltet sich das Aufwärmen so, dass alle warten bis auch der/die Letzte schließlich in der Halle angekommen ist. Danach gibt es vielleicht noch eine kurze Besprechung und dann geht es los. Begrüßung, jeder schnappt sich einen Ball (oder auch nicht) und es wird angefangen, munter im Kreis zu laufen. Eine Idee kann aber auch sein, dass man im Team bespricht, welche Optionen es gibt, sich vor der eigentlichen Trainingszeit zu treffen und etwas für´s Aufwärmen und für die Kondition zu tun.

Nicht alle, aber viele Sporthallen stehen oft an städtischen Randgebieten, wo es hervorragende und schöne Laufstrecken. Warum also nicht eine halbe Stunde früher treffen und vor der Halle laufen gehen? Ist das nicht sowieso schöner? An der frischen Lust, statt in der Halle? Sicherlich ist das natürlich auch wetter-abhängig aber da kann man flexibel drauf reagieren.

Für die klassischen 10 Minuten “Kräftigung” muss man sich auch nicht zwingend auf dem Drittel, auf dem man trainiert aufhalten. Manche Hallen haben Tribünen oder andere Freiflächen. Manchmal hat man auch die Möglichkeit, bei den Mannschaften, die vorher trainieren ein kleines Stück der Halle zu bekommen, um sich dort zu kräftigen.

Das muss man natürlich von der jeweiligen Situation abhängig machen aber mit Sicherheit gibt es hier viele Möglichkeiten und Varianten, wie man das Aufwärmen vor die eigentliche Trainingszeit legen kann, um diese effektiver mit Volleyball zu füllen.

Direkt an den Ball gehen

Der zweite Tipp schließt eigentlich logisch an den ersten an: Wenn ich schon warm bin, kann ich direkt an den Ball gehen. Aber auch, wenn ich vorher kein ausgiebiges Aufwärmprogramm hingelegt habe kann ich das machen. Was spricht denn dagegen?

Natürlich, wenn ich beispielsweise in der Vorbereitungszeit spezielle Aufwärmübungen machen möchte, die bereits vorbereitend auf einige Übungen absolviert werden sollen oder wenn ich ein anderes Programm habe, dann starte ich natürlich mit anderen Übungen. Aber wenn es um das klassische Aufwärmen geht, dann gibt es doch viele Mannschaften, die erst mal traditionell fröhlich ein paar Runden im Kreis laufen oder sonstige Aufgaben erfüllen, bevor sie an den Ball gehen.

In den letzten Jahren als Trainer bin ich dazu über gegangen, sich am Anfang immer direkt einspielen zu lassen. Meist 2:2 oder 3:3 auf einem kleinen Feld oder auch ohne Feldbegrenzung. Ein Trainingsgrundsatz, der mir aus meiner Ausbildung noch tief im Kopf sitzt lautet: “Am Anfang nicht springen!”. Das muss man dann natürlich seinen Spielern/Spielerinnen klar machen. Man kann es auch über die Zeit steigern und immer mehr in die Übung einbauen.

Weiterhin kann man Rotationen, Zusatzaufgaben, Wechsel, Sprünge usw. nach und nach in das 2:2 einbauen, so dass man seine Mannschaft auch hier binnen 10 Minuten tüchtig am Schwitzen hat. Der Vorteil gegenüber den klassischen Aufwärmprogrammen: Man hat seine Leute nicht nur warm, sondern sie haben auch bereits mehrere hundert Ballberührungen absolviert im Vergleich.

Besprechungen nicht während der Trainingszeit

Eine kleine Sitte, bei der auch ich mir selbst an die Nase fassen muss ist, das Ritual einzuführen, zu Beginn jeder Trainingseinheit erst mal eine kleine Besprechung abzuhalten. Nein, dabei geht es dann nicht um die kommenden Trainingsinhalte oder das heutige Trainingsziel, denn das gehört ja da hin. Sondern vielmehr um die all zu vielen wichtigen organisatorischen Punkte, die sich oft auch aus dem Verein oder der Abteilung heraus ergeben und über die man denkt, gleich am Anfang sprechen zu müssen. Wann ist das nächste Fest? Oder: Wer kann am Wochenende fahren?

Legt solche organisatorischen Fragen an das Ende vom Training, bzw. klärt das im Anschluss an das Training. Jede/r sollte ja noch ein paar Minuten übrig haben, um solche – auch nicht unwichtigen – Angelegenheiten auch nach dem Training besprechen zu können. Abgesehen davon stört es ungemein die Spannung, vor allem, wenn man diese Dinge noch zwischen das Aufwärmend und die eigentlichen Übungen schiebt.

Dazu gibt es auch in der heutigen Zeit unendlich Möglichkeiten, sich mit Hilfe von Social Media oder Apps zu organisieren. Darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben. Dies soll auf keinen Fall die Face-to-Face Kommunikation ersetzten aber es bieten sich doch einige Möglichkeiten an, organisatorisches auch auf diese Art zu klären.

Samstags-Training anbieten

Auch diese Idee habe ich in der Vergangenheit das ein oder andere Mal umgesetzt. Ein (freiwilliges) Samstags-Training. So sehr die Hallensituation unter der Woche während den normalen Trainingszeiten recht angespannt ist und es kaum Lücken gibt, so hat man an Wochenenden doch mal das ein oder andere Mal die Möglichkeit, an eine Hallenzeit zu kommen.

Diese muss auch nicht zwingend regelmäßig sein. Ein gutes Beispiel sind hierfür Heimspieltage. Entweder von Jugend- aber auch von Erwachsenenteams, bei denen hin und wieder mal eine Hallenhälfte oder ein Drittel leer steht.

Hier kann man wunderbar zusätzliche Trainings anbieten. Man kann hier auch prima einzelne Elemente trainieren. Wenn man einen großen Kader hat, kann man sich durchaus überlegen, nur einen Teil einzuladen und dort 1-2 Stunden intensives Training zu machen.

Das selbe gilt natürlich statt für den Samstag auch für den Sonntag. Auch hier sind die endgültigen Möglichkeiten wieder von den einzelnen Gegebenheiten bei Euch im Verein abhängig aber sehr oft gibt es welche.

Namen für wiederkehrende Übungen (er-)finden

Der letzte Punkt darf ruhig mit einem kleinen Augenzwinkern gesehen werden und auf den ersten Blick verbirgt sich hier vielleicht gar nicht so viel Zeitersparnis. Dennoch könnt Ihr Euch überlegen, ob Ihr häufig wiederkehrenden Übungen nicht einfach mal ein paar kurze Namen gebt.

Viele Trainer/Innen und auch viele Mannschaften haben oft immer wiederkehrende Lieblings- oder Standardübungen im Repertoire, die in den meisten Fällen auch jedes Mal immer wieder neu angesagt, neu erklärt werden müssen. Statt dessen kann man sich auch überlegen, ob man sich dafür nicht einfach kurze, prägnante oder auch lustige Namen ausdenkt.

Kleinstadtheld-Lesetipp:
Die Schmetterlinge bei der Volleyball WM

Das können zum Beispiel Getränkenamen sein, Vornamen Eurer Spieler/Innen oder auch Städtenamen. Es kann recht witzig werden und das Training auch bereichern, wenn man nach der Trinkpause sagt: “Und nach dem Trinken machen wir bisschen RedBull/ Christina/ Peking usw…” Voraussetzung ist natürlich, dass Euer Team mit den Übungen vertraut ist.

Es sollte auch nicht für jede neu eingeführte Übung ein neuer Name erfunden werden, damit es nicht zu viel wird. Für die vielleicht 4-5 Übungen, die bei Euch aber jede Woche oder alle zwei Wochen vorkommen. Bei der ersten Überlegung spart man jetzt hier nicht Unmengen an Zeit aber auf Dauer gesehen eben doch ein wenig – und es kann das Training lustig und positiv bereichern.

Kleines Fazit

Nicht jede Mannschaft wird jeden Tipp umsetzen können, es sind oft auch die Gegebenheiten, mit denen man sich arrangieren muss. Aber meistens gibt es doch die ein oder andere Stellschraube. Oder man denkt einfach mal neue Wege. Teams, denen ansonsten nur die klassischen 2 x 90min pro Woche zur Verfügung stehen haben die Möglichkeit, sich die Trainingszeit mit kleinen Änderungen deutlich zu erhöhen, bzw. die ihnen zur Verfügung stehende Zeit effektiver zu nutzen.


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Welche Ideen habt Ihr noch, um die Trainingszeit effektiver zu gestalten? Freue mich auf Eure Kommentare!

 

 

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2 Kommentare

  1. U. Junker says:

    …die Trainingssituation sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich nutze bereits das Warm-Up mit Ball seit längerer Zeit. Kleinere Spiele 3 mit 3 und wenn möglich mit Seitenwechsel nach Netzüberquerung des Balls. Steigerungen im Laufe des Spiels (Angriff, -im Sprung,…)

    1. Michael K. Kärchner says:

      Hallo,

      vielen Dank. Ja, es gibt eine Menge Möglichkeiten, die man im 2:2 und 3:3 einbauen kann: Nach dem Ballkontakt auf den Boden legen oder einen Blocksprung machen lassen, an die Grundlinie laufen oder – wenn man das Spiel beschleunigen will – zwischendurch auch nur zwei Ballkontakte erlauben. Steigerungen sind auch immer gut: Nur Lob´s… im Sprung… Angriffschlag usw…

      Viele Grüße

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